Beschreibung
Einleitung Seit vielen Jahren kommen Golfer aller Handicap-Klassen in meine Praxis um unterschiedlichste Beschwerden behandeln zu lassen. Einige klagen über Bewegungseinschränkungen, Verspannungen oder Schmerzen während oder nach dem Spiel. Andere fühlen sich schwach und verlangen nach Kräftigungs- und Ausdauerübungen. Manche wenden sich an mich um Übungen zu einer verbesserten Körperhaltung zu erhalten. Einzelne jammern, dass sie die gut gemeinten und auch theoretisch verstandenen Bewegungsanweisungen des Pros körperlich nicht umsetzen können. Die meisten Golfer wünschen sich erhöhte Beweglichkeit, mehr Leichtigkeit in der Bewegungsausführung und eine harmonischere Koordination. Nur wenige wissen, wie dies zu trainieren und zu erreichen ist. Daraus ergeben sich entscheidende Fragestellungen: n Wodurch entstehen diese Beschwerden? n Wie kann man dauerhaft helfen? n Wie kann ich den Wünschen nach mehr Körperwahrnehmung, Beweglichkeit, Entspannung, Bewegungsharmonie und Koordination nachkommen? n Wie erlernt ein Mensch eine neue Bewegung? Wie lernt man verschiedene, einzelne Bewegungen zu koordinieren? Welche Rolle spielt dabei die Umwelt? In der Literatur wird, hinsichtlich Schmerzen, Verspannungen und Einschränkungen, beständig auf Maßnahmen wie Massage, Autogenes Training, Yoga, Muskelrelaxation, Neuraltherapie, Akupunktur und ähnlichem verwiesen. Außerdem empfehlen Sportmediziner, Trainer und Therapeuten regelmäßige Kräftigungs- und Dehnübungen. Was das Lernen von Bewegung und koordinativen Fertigkeiten betrifft, finden wir in den Fachbüchern wie in der Praxis überwiegend eine eingeführte Vorgehensweise. Der Lehrer demonstriert oder spricht darüber wie eine Bewegung auszusehen hat und die Schüler versuchen sie nachzuahmen. Gelegentlich wird auch ein Video gezeigt. Dieser vorgeführte Bewegungsablauf wird also imitiert und ausgiebigst wiederholt bis er sitzt. Der Lehrer korrigiert begleitend immer wieder einzelne Teile der gesamten Bewegung. Ein ausgedehntes Hineinspüren, ein kreatives Experimentieren und allmähliches Erarbeiten hinsichtlich der neu zu lernenden Fertigkeiten findet dabei selten oder nicht statt. Man ist überwiegend damit beschäftigt es so zu machen wie das Vorbild es gezeigt hat. Umweltaspekte (Einfluss der Umgebung, Personen, Atmosphäre) oder sensorische Prozesse (wie fühlt die Bewegung sich an? Empfindungen aus Sehnen und Gelenken, aktuelle oder ältere Schmerzen) werden nur spärlich angesprochen und berücksichtigt. Meine Vorgehensweise ergänzt und unterscheidet sich gleichzeitig von den oben aufgeführten Lernverfahren, indem für den Golfer ein Lernraum bereitgestellt wird, wo er ungünstige Bewegungsgewohnheiten von besseren unterscheiden lernt. Und zwar sowohl hinsichtlich körperlichem Wohlbefinden, als auch erfolgreichem Spiel. Sein Bewegungsniveau, seine Beschwerden, Empfindungen oder Bewegungsgefühle erhalten besondere Beachtung und werden in den Mittelpunkt dieses kinästhetischen Lernprozesses gerückt. Sein Lernen soll mit diesem Training über den Bewegungssinn stattfinden und weniger über den visuellen oder auditiven Sinn. Der Übende wird immer wieder aufgefordert, die Bewegung zu fühlen. Es werden keine "richtigen" Lösungen vorgemacht. Der Golfer wird dank ausgewählter Übungen präziser wahrnehmen, wie er seinen individuellen Schwung noch fließender gestalten kann. Entstehende Schmerzzustände, Einschränkungen oder schlechte Schläge kann er dadurch einer ungünstigen Bewegungsweise zuordnen und entsprechend reagieren. Entscheidend dabei ist, dass der Golfer lernt, Unterschiede zwischen den Bewegungen zu spüren. Auf diesem Lernweg gewinnt er nach und nach eine bewusste und klare Einsicht und Kenntnis seiner eigenen Bewegungsorganisation. So findet ein Lernen von innen nach außen statt. Anders ausgedrückt: Die Empfindung weist den Weg zur richtigen Bewegung, die wiederum nicht nur effektiv sondern auch angenehm werden soll. Beobachten Sie doch mal Ihr Verhalten beim Spiel
Die meisten Golfer wünschen sich erhöhte Beweglichkeit, mehr Leichtigkeit in der Bewegungsausführung und eine harmonischere Koordination. Doch nur wenige wissen, wie dies zu trainieren und zu erreichen ist. Hier setzt das vorliegende Praxis-Buch von Christian Waas an. Der Autor ist erfahrener Golf-Trainer und Feldenkrais-Lehrer. An Hand der Übungen kann jeder, ob Profi oder Anfänger, lernen, Bewegungseinschränkungen, Verspannungen oder Schmerzen während oder nach dem Spiel zu vermeiden. So wird nicht nur das Golfen erfolgreicher - die leicht auszuführenden Übungen bringen eine intensivere Körperwahrnehmung, mehr Beweglichkeit und Koordination und insgesamt eine größere Harmonie in allen Bewegungen. 'Im Lern und Übungsprozess ist von entscheidender Bedeutung, dass ein Lernender oder Übender in der Lage ist, die selbst ausgeführte Bewegung hinsichtlich des Bewegungsablaufs und des Bewegungsresultats ohne Rückmeldung von außen, z. B. durch einen Trainer, zu beurteilen. Lernen, Üben und Trainieren ohne Wahrnehmung ist nicht möglich, und die kinästhetische Wahrnehmung spielt hier eine signifikante Rolle - insofern ist es auch ein "kinästhetischer Lernprozess"! Ich wünsche mir, dass dies noch mehr Berücksichtigung bei den Lernenden, aber insbesondere auch bei den Lehrenden findet, und bin der Überzeugung, dass das vorliegende Buch von Christian Waas dazu einen wichtigen Beitrag leisten kann.' Prof. Dr. Klaus Schneider
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