Beschreibung
Vielfältige Modalitäten des Appells, der Unterbrechung und Transzendenz konfigurieren die Erfahrung des Rechts. Der Anspruch, das gesellschaftliche Verfügen zu überschreiten, vermittelt rechtlichen Strukturen ausgeprägte Tendenzen der Entfremdung. Doch die ärgerliche Widerständigkeit gegenüber dem unbefangenen Denken und Handeln bekundet auch beharrlich die Grenzen des herrschenden Bewusstseins und meldet dahinter die Ansprüche des Ausgeschlossenen, Übersehenen und Unvernommenen an. Durch die vermachtete Dürftigkeit gegebener Rechtsverhältnisse hindurch nährt Recht so den befreienden Sinn für das Andere. Höchst prekär, immer ungewiss, aber eben darin unauslöschlich. In der Rekonstruktion einer unterbelichteten Linie moderner Rechtstheorie, die vom Deutschen Idealismus zum Alteritätsdenken des 20. Jahrhunderts führt, erkundet die Studie das schillernde Versprechen rechtlicher Fremdheit.
Autorenporträt
Benedict Vischer ist assoziierter Forscher am Europainstitut der Universität Basel und am Centre Marc Bloch in Berlin. Er studierte Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft in Basel, Berlin, St. Gallen, Zürich sowie an der Yale Law School, und promovierte mit einer rechtsphilosophischen Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, dem Centre Marc Bloch und der Universität St. Gallen. Forschungs- und Lehraufenthalte führten ihn nach Rio de Janeiro, New Haven, Budapest und Lausanne. Benedict Vischers Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Rechts- und Sozialphilosophie, des europäischen und internationalen Rechts sowie des vergleichenden Verfassungsrechts.
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