Beschreibung
Am Anfang der hier vorgelegten Gemeinschaftspublikation stand die 'Lamella Bernensis' (LB): dieses Amulett galt es, nach seinem überraschenden Auftauchen in Bern, überhaupt einmal zu entziffern, zu verstehen und der Fachwelt in angemessener Form zur Kenntnis zu bringen. Geplant war zunächst nur die bescheidene Publikation eines - allerdings recht aufregenden - Neufundes. Bald aber zeichnete sich ab, dass verschiedene Eigenheiten der LB erhöhte Aufmerksamkeit verdienten. Insbesondere musste hinsichtlich des im Text entwickelten 'Kosmos' der sieben Himmel und dessen, was darunter ist, Vergleichbares aufgespürt werden. Die Suche führte zu nächst auf PGM XXXV, von dort auf die Tablette magique de Bey routh (TMB) im Louvre. Bereits die Einsicht in deren editio princeps, die Heron de Villefosse im Jahre 1909 besorgt hatte, liess eine so enge Beziehung zur LB zutage treten, dass auf Anhieb Ergänzungen und Verbesserungen in beiden Texten möglich wurden. Sicherheit freilich war nur am Original zu gewinnen. Die TMB wurde deshalb im Louvre einer neuen Lesung unterzogen, und das Ergebnis der Arbeit beseitigte alle Zweifel an der Notwendigkeit einer Neuaus gabe. Überdies zogen die Revision dieses nächstverwandten Amuletts und die sukzessive Beibringung von Parallelstellen aus anderen Texten wiederholte Neulesungen der LB nach sich, sodass deren Text gegenüber den ersten Deutungsversuchen in mehreren, für den Sinn entscheidenden Punkten verbessert werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
amella Bernensis' (LB) ist ein griechisches Amulett auf einer Goldfolie mit einem, von einem theologisch einigermaßen gebildeten Exorzisten verfassten, in sieben Abschnitte gegliederten christlichen Exorzismus (wohl einem Tauf-Exorzismus) aus dem 5. Jh.n.Chr. für Leontios, Sohn der 'heiligen Mutter' Nonna. Der Text steht in naher Beziehung zu dem Amulett für Alexandra, Tochter der Zoe, auf dem Silberstreifen der 'Tablette Magique de Beyrouth' (TMB) im Louvre und zu einem Teil des Papyrus-Amuletts für Paulus Iulianus aus Oxyrhynchos (PSI 29 = PGM XXXV) in Florenz. Auch diese Texte wurden einer Nachprüfung unterzogen. Das Ergebnis der neuen Lesungen ist in synoptischer Darstellung auf einer Falttafel wiedergegeben. Daran sind Art und Verwendung gemeinsamer Vorlagen für unterschiedliche Zauberzwecke zu beobachten. Das vielfältige im Kommentar zur Erklärung herangezogene Material soll dazu dienen, LB und TMB (und die entsprechenden Teile von PGM XXXV) in den großen Zusammenhang der spätantiken und frühbyzantinischen Zauberpraxis und der magischen Tradition insgesamt einzuordnen. Aus der Diskussion ergeben sich auch Vorschläge zur Interpretation anderer verwandter Zaubertexte. Aus dem Inhalt Beschreibung der Amulette: Einleitung - Lamella Bernensis (LB) - Tablette magique de Beyrouth (TMB) - Papyrus Graeca Magica (PGM) XXXV Texte: LB Diplomatische Umschrift - Redigierter Text - Übersetzung / TMB - Diplomatische Umschrift - Redigierter Text - Übersetzung Kommentar Die Komposition der Amulette und ihre Vorlagen: Einleitung - Gemeinsame Vorlagen - Bemerkungen zu den einzelnen Abschnitten Abkürzungs- und Literaturverzeichnis Indices: Griechische Wörter und Begriffe - Gottes-, Engelnamen, Dämonen, Namen aus dem AT und NT, mythologische Namen, Zaubernamen - Eigennamen - Zauberwörter - AT, NT, antike Aturoen - Zaubertexte und byz. Exorzismen Abbildungen Falttafel
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