Beschreibung
Die vorliegende Arbeit entwickelt eine nomadische Didaktik als komplementäre Gegenbewegung zu den erstarrten Paradigmen der modernen Philosophie- und Ethikdidaktik. Ausgehend von Gilles Deleuzes und Félix Guattaris Philosophie wird gezeigt, wie der Mainstream der modernen Philosophiedidaktik - geprägt von den Postulaten Problemorientierung, Lebensweltbezug und Tätigkeitsorientierung - zu einer königswissenschaftlichen Starre geführt hat: Probleme werden reproduziert, um durch bestehende philosophische Begriffe gelöst zu werden, während die zugrundeliegenden virtuellen Möglichkeiten des Denkens unberücksichtigt bleiben. Gegen diese dogmatische Festschreibung setzt die nomadische Didaktik eine deterritorialisierende Bewegung des Denkens, die Schüler_innen nicht als bloße Funktionäre philosophischer Theorien, sondern als Urheber_innen von Problemen und als Begriffspersonen begreift. Im Zentrum steht dabei die Apprentissage - ein Lernprozess, der zwischen dem Aktuellen (konkrete Probleme, Begriffe) und dem Virtuellen (Problematisches Feld, Immanenzebene) oszilliert und so neue Fluchtlinien des Denkens eröffnet. Die nomadische Didaktik ist damit weder ein neues Phasierungsmodell noch eine bloße Kritik bestehender Ansätze, sondern eine Einladung, Unterricht als rhizomatischen Forschungsprozess zu begreifen - als Bewegung zwischen Aktuellem und Virtuellem, die Schüler_innen dazu befähigt, die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern durch neue Begriffe und Probleme anders zu denken.
Autorenporträt
Daniel Austerfield ist Lehrer am Albrecht Dürer Gymnasium und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin. Er forscht zu innovativen Ansätzen für den Philosophieunterricht, insbesondere im Kontext der Philosophie von Gilles Deleuze und Felix Guattari.
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