Beschreibung
Open-Handed Playing - das Nichtuberkreuzen der Hände beim Schlagzeugspiel - wird von Nicht-Schlagzeugern als die eigentlich naturliche Spielhaltung wahrgenommen; das Überkreuzspielen hingegen als unnaturlich. Unter ausgebildeten Drummern fuhrt die Bevorzugung einer dieser beiden Spielweisen allerdings immer wieder zu Polarisierungen. Eigentlich unverständlich, denn die Vorteile der offenen Spielweise gegenuber dem Spiel mit uberkreuzten Händen liegen auf der Hand: Mehr Bewegungsfreiheit beim gleichzeitigen Spiel von HiHat und Snare. Ergonomisch vorteilhaftere Körperhaltung am Drumset sowie vielfältigere Klangauswahl. Wenn man sich aber vor Augen fuhrt, dass uber viele Jahrzehnte im Schlagzeugunterricht die uberkreuzte Position der Hände vorrangig vermittelt wurde, kann man den Widerstand der Traditionalisten gegen eine Umorientierung der Spielweise nachvollziehen. Denn die Bereitschaft, die eigene Spielweise gänzlich umzustellen, die man sich unter Schweiß und Tränen uber Jahre erarbeitet hat, muss zwangsläufig erst einmal auf Widerstand stoßen. Umso wichtiger ist, dass endlich auch fur Einsteiger Lehrmaterial zum Open-Handed Playing entwickelt wird, das keine nachträgliche Umstellung mehr erfordert. Der OPEN-HANDED STARTER von JOHANNES BÖHN soll diese Lucke schließen. Er ist der richtige Einstieg in die offene Spielweise am Drumset. Das Hauptaugenmerk wird auf der Einbeziehung des Open-Handed Playing in das Groove-Spiel gelegt. LESEÜBUNGEN und UNABHÄNGIGKEITSSTUDIEN bilden den essentiellen Grundstock der Kapitel GROOVE UND FILLS, GROOVE-INTERAKTION und GROOVE-STUDIE. Diese sind die Kernkapitel des Buches, die die Möglichkeiten des Open-Handed Playing im Groove-Kontext aufzeigen. Zusätzliche Hi-Hat-Patterns sollten ebenso wenig vernachlässigt werden wie das Spielen auf dem Ride Becken. Die VORTRAGSSTÜCKE eignen sich für Schülervorspiele oder Wettbewerbe. Im Kapitel TECHNIK werden einige Übungen vorgestellt, die in die tägliche Routine übernommen werden sollten. Sei es, um das Drumset besser beherrschen zu können oder um beide Hände gleich auszubilden. Diese Übungen können erweitert und verändert werden. Die PLAY-ALONGS in verschiedenen Musikstilen auf der beiliegenden MP3-CD dienen dazu, das Erarbeitete in einen musikalischen Kontext zu setzen. Zusätzliche Clicktracks sollen zur Verbesserung des Timings führen. CLAUS HESSLER, einer der Protagonisten der offenen Spielweise, bekräftigt in seinem Vorwort zum vorliegenden Werk: Diesen eigentlich so naturlichen Zugang zum Drumsetspiel auch schon auf Einsteigerebene methodisch und didaktisch gelungen zu vermitteln, ist der große Pluspunkt des vorliegenden Buches. Modernes Drumsetspiel hat in den letzten Jahren immer wieder die technischen Grenzen nach oben bzw. nach außen verschoben. Das Potential unseres Instruments allerdings in größtmöglichem Umfang zu nutzen und Wege aufzuzeigen, wie sich das Drumset effizienter und naturlicher spielen lässt, ist Aufgabe jedes Instrumentallehrers. Open-Handed Playing dabei als wesentlichen Aspekt in Betracht zu ziehen, stellt fur mich eine Investition in die Zukunft junger Schlagzeuger dar - unter denen sich ohne Zweifel der nächste Buddy Rich, John Bonham, Simon Phillips etc. befindet.
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