Gottlosigkeit und Eigensinn

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Religiöse Devianz im konfessionellen Zeitalter, Zeitschrift für Historische Forschung. Beihefte 51

ISBN: 3428144813
ISBN 13: 9783428144815
Herausgeber: Eric Piltz/Gerd Schwerhoff
Verlag: Duncker und Humblot GmbH
Umfang: 530 S., 9 s/w Illustr., 9 Illustr., Abb.
Erscheinungsdatum: 12.08.2015
Auflage: 1/2015
Format: 2.5 x 23.3 x 15.7
Gewicht: 701 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert

‚Gottlosigkeit‘, das war im Zeitalter der Glaubensspaltung einer jener stigmatisierenden Begriffe, mit denen die rechtgläubigen Christen ihre konfessionellen Gegner, aber auch Ehebrecher, Säufer oder Aufrührer belegten. Die Beiträge des Bandes analysieren derartige Diffamierungs- und Stigmatisierungsprozesse methodisch konsequent als soziale Zuschreibungsakte, wobei auch der ‚Eigensinn‘ der jeweiligen Akteure, ihre Selbstsicht und ihre Praxen, Berücksichtigung finden soll. Damit eröffnet der Band einen weiten Blick auf den Normenhorizont der Frühneuzeitlichen Gesellschaft.

Artikelnummer: 8402389 Kategorie:

Beschreibung

'Gottlosigkeit', das war im Zeitalter der Glaubensspaltung einer jener stigmatisierenden Begriffe, mit denen die rechtgläubigen Christen ihre Gegner belegten. Für die Lutheraner waren die 'Papisten' ebenso gottlos wie Calvinisten oder die Täufer. Diese zahlten mit gleicher Münze zurück. Damit nicht genug, wurden auch Juden und Türken, aufständische Bauern, Ehebrecher oder Säufer als 'gottlos' etikettiert. Die gegenseitige Diffamierung und Stigmatisierung macht deutlich, dass religiöse Devianz methodisch sinnvoll nur als ein Akt sozialer Zuschreibung verstanden werden kann. Jenseits der herkömmlichen kirchen- und religionsgeschichtlichen Zugriffe eröffnet sich damit nun ein weiter komparativer Horizont, etwa in Form von Vergleichen zwischen unterschiedlichen Strategien, Argumentationen und Legitimationsformen der Stigmatisierung oder von Vergleichen zwischen als abweichend etikettierten Verhaltensweisen. Dabei sollen die handelnden Akteure keineswegs als passive Objekte der Zuschreibung verstanden werden; vielmehr soll komplementär zu den Zuschreibungen auch deren 'Eigensinn', ihre Selbstsicht und ihre Praxis, mit in die Betrachtung einbezogen werden. Damit eröffnet der Band einen weiten Blick auf den Normenhorizont der Frühneuzeitlichen Gesellschaft insgesamt.

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