Magie der Pfeile

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Gesamtausgabe

ISBN: 3910536069
ISBN 13: 9783910536067
Autor: Clever, Florian
Verlag: Clever Selbstverlag
Umfang: 432 S.
Erscheinungsdatum: 15.03.2023
Format: 3.3 x 21 x 15
Gewicht: 710 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert

Licht und Schatten

Der geächtete Waldläufer Flin durchkreuzt die Pläne des finsteren Herzogs von Fuldor.

Artikelnummer: 8896888 Kategorie:

Beschreibung

Prolog Fünf Pfeile. Pirmin blieben noch genau fünf Pfeile. Er wusste das, weil er immer im Geiste mitzählte. Auch, wenn er es eilig hatte. Selbst dann noch, wenn er um sein Leben lief. Geduckt rannte er durchs Unterholz. Rufe und Hundegebell folgten ihm. Ganz abhängen wollte er seine Häscher gar nicht, jedenfalls noch nicht. Fortlocken wollte er sie, fort von seinem Weib und seinem Sohn. Ihn selbst mochten sie fangen, foltern, töten. Einerlei. Er hatte sein Leben gelebt, als freier Mann. So frei, wie der Wildhüter eines Fürsten eben sein konnte. Den kleinen Flin aber durften sie nicht erwischen, um nichts auf der Welt. Deshalb musste Pirmin jetzt die Rollen tauschen. Heute war er nicht der Wildhüter. Er war das Wild. Ein stattlicher Baum bot ihm Schutz. Keuchend quetschte er sich hinter den hohen, eleganten Stamm. In diesem Teil des Waldes wuchsen die Buchen in ausgedehnten Hainen in den Himmel, wie die Türme von Burg Fuldor, nur schlanker. Ohne die Bluthunde in seinem Nacken hätte er absichtlich langsamer werden müssen, damit die Verfolger ihn nicht verloren. Im Wald machte Pirmin niemand etwas vor. All die Jahre hatte er damit verbracht, das Wild des Herzogs zu hegen. Er hatte es vor unrechtmäßigem Abschuss und vor verbotenen Fallen geschützt. Die Dörfer am Ostrand des Kolgwalds lebten von der Hand in den Mund. Wenn die Bälger daheim vor Hunger schrien, war die Versuchung groß, mit einem Bogen zwischen die Bäume zu schleichen und sich frisches Fleisch zu holen. Auch die Räuberbanden in den Tiefen des Waldes wussten einen knusprigen Braten zu schätzen. Pirmin hatte dem einen Riegel vorgeschoben, und er hatte seine Sache gut gemacht. Jetzt dankte es ihm sein Fürst, indem er ihn zu Tode hetzen ließ. Die Hunde tauchten auf dem Hang über ihm auf und unterbrachen seine Gedanken. Er musste weiter. Nein verlieren durften sie ihn nicht, wenn er sie weit genug von Frau und Kind fortführen wollte. Zu früh erwischen durften sie ihn aber ebenso wenig. Diese Köter waren gut abgerichtet und verteufelt schnell. Mit einer Gewandtheit, wie sie nur jahrzehntelange Arbeit im Wald lehren kann, machte er sich von Neuem davon. Er tauchte unter dem Astwerk von Stechpalmen durch, die zwischen den Buchen gediehen, umging ein Dickicht und setzte über tückische Wurzeln hinweg. Suchen musste er sich seinen Pfad nicht. Pirmin kannte hier jeden Baum und jeden Strauch. Er wusste um jedes verborgene Kaninchenloch. In einer Achtelmeile würde er das ausgetrocknete Flussbett erreichen. Erst dort würde er sich eine weitere, kurze Verschnaufpause gönnen, falls die Hunde ihn bis dahin nicht schon hatten. Ihm ging die Luft aus, während er den Fuß des Hanges erreichte, die Senke durchmaß und die Steigung auf der anderen Seite nahm. Oben angekommen, schaute er nicht zurück. Nicht nötig. Das Gebell zeigte ihm die bedrohliche Nähe der Hunde auch so an. Die Biester ließen nicht locker. Nach der Schneise ging das Terrain halbwegs eben weiter. Eine Menge Brombeeren wucherten hier zwischen den Bäumen, das reinste Feld. Kein Problem für ihn, er wusste um den Schleichweg durch das Dornengestrüpp. Mit etwas Glück würden die Ranken die Hunde ein wenig aufhalten. Mochten alle fünf Götter es fügen! In dieser verzweifelten Lage könnte er etwas Beistand wahrlich gut brauchen. Und wenn die Götter ihn nicht erhörten, dann wenigstens die Ika-aana, die legendären Geisterhirsche aus Kolg, dem verborgenen Tal. Irgendwo inmitten dieses unendlichen Meeres aus Bäumen gab es sie, davon war er überzeugt. Auch, wenn er noch nie einen mit eigenen Augen gesehen hatte. Eine Ranke verbiss sich in seiner grünen Kluft und riss ihn fast von den Füßen. Mit dem Bogen wischte er weitere Dornenpeitschen aus dem Weg. Er ging diese Strecke zu selten, als dass der Pfad gänzlich frei von solch eifrig nachwuchernden Hindernissen sein konnte. Täuschte er sich, oder fiel das Gekläff hinter ihm zurück? Kurz darauf verließ er das Gestrüpp und sah das leere Flussbett vor sich. Ohne innezuhalten, sprintete er darauf zu und nahm die komplette Flussbreite im Sprung. Fast. Am jenseitigen Ufer krallten seine Fäuste sich in einen Busch, an dem er sich hochzog. Seine Hände blieben dabei heil. Gut! Aufgerissene Hände waren der ärgste Feind eines jeden Bogenschützen. Hinter einem umgestürzten Baum fand Pirmin Deckung. Seine Finger ertasteten die Federn auf seinem Rücken und holten den ersten Pfeil aus dem Köcher. Wie von selbst drückten sie das geschlitzte Schaftende in die Bogensehne. Es war an der Zeit, dem geifernden Rudel sein Leittier zu nehmen. Ohne Leithund würden ihm die anderen mit etwas Glück eine Spur weniger hartnäckig an den Hacken kauen. Er hob Pfeil und Bogen und zog die Sehne zurück. Pirmin war nicht mehr der Jüngste, doch seine Hände besaßen nach wie vor genug Kraft und dieses vollkommene Gespür. Jene Geschicklichkeit und jenen Instinkt, die einem talentierten, geübten Schützen eine fast schon magische Treffsicherheit verleihen. Der Herzog wollte ihn loswerden, trotz all der Jahre treuen Dienstes. Er beschuldigte ihn der Wilderei und wollte seinen Kopf. Schön. Dann sollte der Fürst sich seinen Kopf holen. Diese Jagd würde den Herrn von Fuldor einiges kosten, dafür hatte Pirmin bereits gesorgt. Und der Preis würde weiter steigen jetzt! Der Leithund brach aus dem Gestrüpp, jaulte auf und starb, weil der Pfeil sein Herz durchbohrt hatte. Die übrigen Hunde sammelten sich winselnd um ihren verendenden Anführer, für einen Moment verwirrt. Pirmin fuhr herum und rannte weiter. Noch vier Pfeile. Die Anschuldigungen des Herzogs waren lächerlich. Wilderei - ausgerechnet er! Nie hatte er mehr aus dem Wald genommen, als ihm zustand. Wann immer Gernot von Fuldor mit seinen Rittern auf die Jagd gegangen war, hatte Pirmin zuverlässig das gewünschte Wild für sie aufgespürt. Nicht mehr und nicht weniger. Kaum ein Wildhüter war so gut darin wie er. All das schoss ihm durch den Sinn, während er weiter durch den Wald lief. Die Wut über die Ungerechtigkeit seines Herrn gab ihm neue Kraft. Er war ein rüstiger Mittfünfziger, doch diese Hatz brachte auch ihn allmählich an seine Grenzen. Seis drum! Die Puste musste ja gar nicht reichen, um seinen Jägern zu entkommen. Hauptsache, sie stellten seiner Frau und seinem Sohn nicht nach, sondern folgten weiter ihm, bis die beiden in Sicherheit waren. Flin war ein spätes Geschenk der Götter gewesen. Der Junge sollte, er musste leben. Es war die rote Stunde, wie Pirmin sie nannte - die Abenddämmerung stand bevor. Er liebte diese Phase, wenn die Blätter in den Kronen wie entflammt aussahen. Im Frühling ließ das eben erst zuwachsende Laubdach noch ein paar späte Sonnenstrahlen durch. Nun aber blieb ihm keine Muße, das Schauspiel zu genießen. Er eilte unter den majestätischen Buchen dahin wie durch einen grünen Dom. Ein aufgescheuchtes Eichhörnchen kletterte einen der kahlen Stämme empor. Für die Tiere des Tages war nun die Zeit gekommen, Unterschlupf für die Nacht zu suchen. Je länger er floh, desto mehr reifte in ihm die Gewissheit, dass es für ihn keinen Unterschlupf geben würde, und keinen neuen Morgen. Das Rudel hatte sich nicht lange mit dem toten Leithund aufgehalten. Erneut saßen sie ihm im Nacken. Wenn er noch eine halbe Meile schaffte Vielleicht sogar eine ganze Er blickte über die Schulter. Die ersten Köter waren ihm bereits über eine Bodenwelle hinweg gefolgt. Ihre muskulösen Leiber flogen nur so dahin. Das würde eng werden, sehr eng. Ohne ein weiteres Hindernis, das er ihnen in den Weg legen konnte wie vorhin das Dornengestrüpp, würde er keine Viertelmeile mehr schaffen. Seine Gedanken rasten. Da gab es diesen Weiher in der Nähe, und auf dem Weiher eine winzige Insel. Die Hunde konnten vermutlich schwimmen, doch eine bessere Möglichkeit sah er nicht. Auf offener Strecke würden sich in den nächsten Augenblicken sonst Fangzähne in seine Wade schlagen. Sie würden ihn niederreißen ...

Der Waldläufer und Wegelagerer Flin lehnt sich gegen den gefürchteten Fürsten von Fuldor auf. Als Flin mit seiner Bande die Händlerin Triana überfällt, greift der Fürst zu schwarzer Magie. Flin kämpft mit allen Tricks ums Überleben. Doch er hat die Rechnung ohne Triana gemacht. Trotz herber Verluste setzen Flin und seine Bande den Widerstand gegen den Herzog von Fuldor fort. Die betrogene Händlerin Triana lockt derweil des Königs Armee in die Provinz, um dem verräterischen Fürsten das Handwerk zu legen. Was weder sie noch Flin wissen: Der Magier am Herzogshof verliert die Kontrolle über die dämonischen Kräfte, die er beschwor. Als die Heere des Königs und des Fürsten aufeinanderprallen, gerät die Lage endgültig aus den Fugen. Werden Flin und Triana diese Dunkelheit überstehen?

Autorenporträt

Geboren in Kleve, Abitur in Bochum, Studium in Kassel, wohnhaft in Düsseldorf.

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Florian Clever
Florian Clever
Hülsmeyerstr. 24e
40629 Düsseldorf
DE

E-Mail: info@florianclever.de

Internet: www.florianclever.de

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