Beschreibung
Geleitwort zur 9. Auflage 25 Jahre Konzept Integriertes Management Die Welt ist nicht einfacher geworden, seit im Jahr 2011 die aktualisierte und erweiterte 8. Auflage des Management-Standardwerks Das Konzept Integriertes Management von Knut Bleicher erschien. Heute - sechs Jahre später - befindet sich der "Orientierungsrahmen fu?r ganzheitliches Management" nun im 25-jährigen Jubiläum. Damals beschäftigten die Nachwirkungen einer gewaltigen Immobilien- und Finanzkrise Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und Entscheidungsträger in Unternehmen. Die größten Gefahren dieser Krise, die unsere Makro- und Mikroökonomien damals beinahe in den Abgrund gerissen hätten, meint man nicht zuletzt dank riesiger Geldschwemmen und Niedrigzinspolitik inzwischen umschifft zu haben. Neue unvorhergesehene Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die noch vor wenigen Jahren kaum jemand fu?r möglich gehalten hätte, verdrängen heute die nötige Erinnerung. In Europa sind es die fast regelmäßigen "Beinahe-Pleiten" einzelner Mitgliedsstaaten bei gleichzeitigen Hochständen vieler Börsenindizes und eines Beschäftigungswunders in Deutschland, genauso wie nicht beherrschbare Masseneinwanderungen und die Abspaltung der Briten aus dem Euro-Raum, in den USA ein beispielloser Aufschwung und eine Ikone der Anti-Politik an der Macht. Aus technologischer Sicht sind es Digitalisierung und damit verbunden das Internet der Dinge, Industrie 4.0, Social Media, Sharing econonomy, Blockchain; auf gesellschaftlich-politischer Ebene ein staatlich beförderter Rückzug der Demokratie, Verwässerung des Eigentums, Protektionismus, Regulierungs- und Zentralisierungsbestrebungen, um nu einige Beispiele zu nennen. Die größte Gefahr allerdings, die uns die Krise und die nachfolgend unvorhergesehenen Entwicklungen hinterlassen haben, sind weder in den Bilanzen der Unternehmen noch in fehlenden künftigen Rentenansprüchen abzulesen: Es ist der allgemeine Vertrauensverlust in die Fähigkeit und den Willen von Politikern und Managern, Gesellschaft und Wirtschaft in eine sichere, an demokratischen Werten orientierte Zukunft zu fu?hren. Vertrauen ist allerdings eine Notwendigkeit innovatorischer Zukunftsgestaltung: Das Vertrauen ist neben der Furcht eine der beiden Möglichkeiten, soziale Gemeinschaften zusammenzuhalten: Es ist der "Kitt sozialer Bindung". Fu?r eine Entwicklung zum Formen intelligenter, demokratischer Organisationen ist die institutionsprägende und geprägte Furcht unbrauchbar, wie die unterschiedlichen Entwicklungen von Staaten und Kulturen zeigen. Vertrauensbildung bedingt allerdings eine stetige Präsenz von Aufmerksamkeit und Veränderungsbereitschaft. Diese ist notwendig, um Organisationen den sich ständig wandelnden äußeren Bedingungen anzupassen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und sich immer wieder neu auf einem für alle Stakeholder Prosperität verheißenden Entwicklungspfad auszurichten. Für Unternehmen bedeutet dies auf normativer Ebene die gesellschaftlichen Interessen genauso wie die Anspruchsgruppen der Eigentümer zu beru?cksichtigen, und zu erkennen, dass dies nicht ein widerspru?chliches Ansinnen darstellt, sondern genau ein solches Verhalten erst die Anspruchsgruppe der Eigentümer überhaupt langfristig absichert. Für Staaten ist damit gemeint, dass Sicherzustellen ist, dass die Anreize zum Nehmen ("Incentives to Take") nicht größer werden als die Anreize zum Machen ("Incentives to Make"). Nur dann ist ein Überleben einer Gesellschaft überhaupt möglich. Mancur Olson, Power and Prosperity Es mag paradox klingen. Aber gerade die vorangehend angedeuteten Entwicklungen, allem voran der Vertrauensverlust in Institutionen, machen das "alte" St. Galler Konzept nu?tzlicher und wichtiger denn je. Zwar kann sich der Manager oder Politiker über einen Mangel an Fachliteratur heutzutage bekanntermaßen nicht beklagen, denn für jedes Problem gibt es den speziellen Ratgeber. Fast in Echtzeit kann er im Internet nachlesen, was an Universitäten und Managementschulen weltweit an vermeintlich Neuem erdacht und erarbeitet wird. Eindimensionale Patentlösungen wechseln einander ab, wie die Fru?hjahrs- und Herbstkollektionen auf den Laufstegen der Modemacher. Sie versprechen dem Entscheider schnelle Hilfe mit der Garantie, dass schon im nächsten Quartal die Eigentu?mer jubeln oder Politiker wiedergewählt werden. Nicht so das Buch Das Konzept Integriertes Management. Das St. Galler Konzept gilt als wirksamer Vitaminschub und zielt auf eine nachhaltige Lebensfähigkeit durch Erhaltung von Nutzenpotenzialen für alle Stakeholder. Es zeigt daher, wie normative, strategische und operative Dimensionen im Hinblick auf notwendige Aktivitäten, Strukturen und Verhalten in Einklang zu bringen sind. Dadurch ergibt sich ein kontinuierlicher Prozess der Unternehmungsentwicklung: Sämtliche Elemente sind im Zeitablauf immer wieder neu auszurichten (Ist-Position) und gegebenenfalls anzupassen (Soll-Position). Von Bedeutung ist darüber hinaus, dass Bleicher die jeweiligen Extrempole der einzelnen Themen im Sinne von durch die Entscheider zu lösenden Spannungsfelder entweder in Richtung eher stabilisierend oder eher verändernd aufzeigt und dadurch mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig entlarvt. Eine derartige Lagedarstellung bietet dann die Möglichkeit, präzise Aussagen über Probleme, Ziele, Entwicklungsstand und zur zukünftigen Ausrichtung einer Institution zu machen. Dank diesem Gedankengut aus theoretischen Grundlagen und praxiswährten Hilfsmitteln ist Das Konzept Integriertes Management längst ein Standardwerk der Managementlehre Europas. Damit eignet es sich gleichermaßen für Akademiker und Studenten in Forschung und Lehre, in den verschiedenen Bereichen der Wirtschafts- und Management-Wissenschaften und als Nachschlagwerk bzw. Ratgeber für Führungskräfte aller Branchen. Dies vor dem Hintergrund, dass private und öffentliche Organisationen wie Institutionen heute in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld agieren. Die Zahl der Parameter, die in ihrer Dependenz über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, nimmt zu. Der schmale Pfad, auf dem der angestrebte Unternehmungserfolg zu erreichen ist, windet sich inzwischen durch ein Umfeld, das immer mehr einem undurchdringlichen Dickicht gleicht. Die anschwellende Flut an Informationen, die aus der weltweiten Vernetzung hereinschwappt, trägt eher zur Konfusion denn zur Klärung bei. Die Komplexität der Ordnungssysteme hat einen Grad erreicht, der die Auffassungsgabe des Menschen und seine Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten, weit übersteigt. Erst wenige Unternehmen, analysierte Bleicher damals, müssten sich schon mit einem völlig veränderten Satz von Annahmen auseinandersetzen. Das hat sich in kurzer Zeit völlig geändert. Die alten Gewohnheiten tragen heute überhaupt nicht mehr. Der Paradigmenwechsel ist nun in rasantem Tempo im Gange. Die Insitutionen von heute werden nur dann zukunftsfähig die Veränderungen überstehen, wenn sie diesen Wechsel jetzt durch ein bewusstes Change-Management einleiten. Die Stichworte des Digital Business: Digitalisierung, Industrie 4.0, Sharing Economy und die Kryptowährung "Bitcoin", sind in aller Munde aber vielfach unterschätzt. Denn der tiefgreifende, technologisch und strukturelle Change wirkt sich auf Produktions- und Wertschöpfungs-Ketten ebenso wie auf unser tägliches Handeln, Arbeiten und Leben wie auch auf Eigentumsverhältnisse aus. Die wachsende Komplexität unserer Lebensverhältnisse, vor allem aber die gestiegene Dynamik der Veränderung unseres Umfeldes lassen die Frage nach der Beherrschbarkeit von Entwicklungsverläufen durch den Menschen stellen. Diese ist nicht nur - wie eingangs deutlich gemacht - für unser ökologisches und gesellschaftliches Umfeld bedeutsam, sondern sie betrifft vor allem institutionalisierte Systeme, die letztlich diese Entwicklung tragen. Das ist einer der wichtigsten Gründe für die Überarbeitung und Neuauflage dieses Werkes, ferner war es durchaus sinnvo...
Der ganzheitliche Ansatz des St. Galler Management-Konzepts hat in den vergangenen 30 Jahren das Denken und Handeln unzähliger Managerinnen und Manager nachhaltig beeinflusst. In diesem Standardwerk der Managementlehre der St. Galler Schule finden Unternehmen den Gestaltungsrahmen zur Zukunftssicherung - bewährt und gleichzeitig aktueller denn je. Knut Bleichers Lebenswerk, das von Christian Abegglen fortgeführt wird, zeichnet sich vor allem durch die Transformation komplexen Wissens in hohen Lesernutzen aus. Mit dem bewährten St. Galler Denk- und Wissensnavigator und dem St. Galler Management HAUS von Christian Abegglen wird der Leser durch die 10., vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage geführt. Die neue praxisnahe Struktur hilft beim Nachschlagen, Querlesen sowie Vertiefen und gibt dadurch konkrete Anleitungen zur erfolgreichen Anwendung einer integrierten Unternehmensentwicklung. Jetzt mit St. Galler Startpaket zum St. Galler Management HAUS! Mit aktualisierten und neuen Zusatzmaterialien zum Download. Exklusiv für Leserinnen und Leser dieses Buches stehen Roadmaps, Anleitungen und Arbeitspapiere digital bereit. 'Eine der grundlegenden Schriften der modernen Managementlehre. Ein zeitloser Ratgeber für die Praxis und Grundlage zur Entwicklung unternehmensindividueller und dauerhafter Strategien.' Dr. U. M. Schneider, CEO Nestlé S.A. 'Der Orientierungsrahmen für ganzheitliches Management! Ein langlebiger, großartiger Wurf!' Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Horváth, Universität Stuttgart 'Ein Management-Leitfaden der besonderen Art - praxistaugliche Modelle werden prägnant aufgezeigt. Eine wichtige Lektüre und ein Nachschlagewerk für Theorie und Praxis gleichermaßen.' Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der WITTENSTEIN SE 'Integriertes Management - ein griffiges Konzept, das alltagstaugliche und praxisorientierte Denkanstöße liefert, wie Visionen und Strategien erfolgreich umgesetzt werden können.' Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe
Autorenporträt
Dr. Christian Abegglen promovierte an der Universität St. Gallen in Wirtschaftswissenschaften. Nach Stationen in der Wirtschaft kehrte er an seine Alma Mater als Dozent für Unternehmensführung zurück. Seit dem Tod Knut Bleichers sorgt er dafür, dass 'Das Konzept Integriertes Management' nach wie vor seine Aktualität behält. Prof. Dr. Dres. h. c. Knut Bleicher (1929-2017) war Professor an den Universitäten Siegen, Gießen und lange Jahre in St. Gallen. Mit dem umfassenden St. Galler Werk 'Das Konzept Integriertes Management' auf Basis des systemischen St. Galler Ansatzes hat er sich einen bleibenden Namen in der Managementliteratur geschaffen.
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