Beschreibung
Der Band bringt sechs Versuche einer theoretischen Selbstverständigung zu einem Thema zusammen, das wenig Tradition hat. Eine seit nunmehr beinahe einem Jahrzehnt wiedererwachte sozialwissenschaftliche Technikforschung führt unter dem Begriffskürzel Technik und Alltag eine Vielzahl technischer Phänomene außerhalb von Industrie und Verwaltung: Technik in Küche, Bad und Wohnzimmer, im Heizungskeller und im Supermarkt, Dinge wie Bankomat, Minitel oder Synthesizer, Technik in Sport und Spiel, auf der Straße, im Kino und im Krankenhaus; aber auch die alltägliche Verwendung und das Betroffensein von Stromerzeugungs- und Telekommunikationssystemen, Kanalisation oder Flugüberwachung. Ein residualer Gegenstand also? Offenbar nicht, wenn man den Argumentationen der Beiträge folgt. Alle zeigen sich an dem Problem einer allgemeineren Grundlegung unverbundener techniksoziologischer Fragestellungen in allerlei Bindestrichsoziologien interessiert. Industriesoziologie und Wissenschaftssoziologie, Stadtsoziologie oder Entwicklungssoziologie, ja selbst eine familiensoziologisch orientierte Konsumsoziologie befassen sich ja mit verschiedenen Techniktypen und Technikfolgen, ohne viel miteinander zu korrespondieren. Aus einer Alltagsperspektive zu argumentieren bedeutet immer auch, bei den einzelnen Autoren mehr oder weniger dezidiert, für einen Perspektivwechsel in einer industriesoziologisch verengten Techniksoziologie zu plädieren.
Autorenporträt
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