Beschreibung
Dieses Buch dekonstruiert das verbreitete Narrativ, sexuelle Kriegsgewalt sei erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts völkerrechtlich verboten worden. Anhand von Fallstudien zu Kriegen im 19. Jahrhundert - im europäischen Zentrum und auf dem Balkan - zeigt es, dass sexuelle Gewalt damals bereits untersagt war. Die Debatten darüber fanden jedoch fast ausschließlich in (semi-)kolonialen Kontexten statt, wo solche Gewalt als Zeichen unzivilisierter Kriegsführung galt. In europäischen Kriegen hingegen wurde sie als überwunden betrachtet und tabuisiert. Analysiert werden neben völkerrechtlichen Quellen auch journalistische, diplomatische und aktivistische Diskurse, um Völkerrecht als diskursive Praxis zu verstehen.
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