Beschreibung
Geschichte lebt nicht nur in den Taten von Kaisern und Politikern, sondern auch im Leben der Menschen, die arbeiteten, litten und hofften. Dieses Buch erzählt vom Andreasviertel in Friedrichshain zwischen 1890 und 1905. Während Berlin zur Industriemetropole aufstieg, prägten im Andreasviertel Armut, Krankheit und soziale Not den Alltag. Die Schicksale seiner Bewohner fanden kaum Beachtung und blieben oft nur als kurze Notizen in Akten, Kirchenbüchern oder Zeitungen erhalten. Die Arbeitergeschichten und Kriminalfälle dieses Buches zeigen, wie eng Fortschritt und Elend miteinander verbunden waren. Sie erinnern an Menschen, deren Leben von Entbehrungen und fehlenden Chancen bestimmt wurde. Auch wenn sich die Verhältnisse im heutigen Deutschland grundlegend vom Kaiserreich unterscheiden, bleiben die Fragen aktuell: Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Schwächsten um? Wie groß darf die soziale Ungleichheit werden, bevor sie den Zusammenhalt gefährdet? Die Geschichten des Andreasviertels sind deshalb mehr als historische Berichte. Sie mahnen, soziale Not nicht zu übersehen und gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen. Möge dieses Buch dazu beitragen, die Vergangenheit besser zu verstehen und die Gegenwart mit wachem Blick zu betrachten.
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