Blitzschläge

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Wissen, Mythen und wie man sich optimal schützt

ISBN: 3947145934
ISBN 13: 9783947145935
Autor: Zack, Fred
Verlag: hansanord IMAGINE Verlag
Umfang: 192 S.
Erscheinungsdatum: 18.03.2025
Auflage: 1/2025
Format: 1.5 x 22 x 15
Gewicht: 478 g
Produktform: Gebunden/Hardback
Einband: Gebunden
Artikelnummer: 5321777 Kategorie:

Beschreibung

Vorwort In meinem Berufsleben an der Rostocker Universität wurde ich wiederholt gefragt, wie ich denn als Mecklenburger Arzt zu meinem exotisch anmutenden Forschungsthema 'Unfälle durch Blitzschlag' gekommen sei. Meine Antwort darauf lautete stets, dass es dafür sowohl eine Vorgeschichte als auch ein Schlüsselerlebnis gab. Die Vorgeschichte trug sich am Nachmittag eines Tages im Juni 1980 am Güstrower Inselsee zu. Ich war zu dieser Zeit Sanitäter bei der Nationalen Volksarmee der DDR und hatte zwei Wochen Jahresurlaub, den ich in meiner Geburtsstadt Güstrow verbrachte. Es war ein heißer Sommertag und die öffentliche Badestelle am Kurhaus war gut besucht, als ein Gewitter aufzog. Ich fand, wie viele andere auch, Schutz unter einem überstehenden Dach einer Baracke, die Umkleideräume, Toiletten und einen Verkaufsladen beherbergte. Es blitzte und donnerte um uns herum, und das Gewitter schien kein Ende zu nehmen. Plötzlich fuhr ein Sanitätskraftwagen B 1000 an das Ufer des Sees nahe der Badestelle, etwa 150 Meter von meinem Standort entfernt. Der Arzt und die anderen Rettungskräfte schienen sich um eine Person zu kümmern, die zuvor mit einem Ruderboot auf dem See gewesen war. Ich konnte bei dieser Entfernung und dem herrschenden Starkregen keine Einzelheiten erkennen. Wenn mein Gedächtnis mich nicht im Stich lässt, habe ich am nächsten oder übernächsten Tag in der Schweriner Volkszeitung gelesen, dass bei diesem Ereignis am Inselsee ein 23-jähriger Mann aus Güstrow beim Angeln durch einen Blitzschlag getötet wurde. Während meines Studiums der Humanmedizin an der Universität Rostock, die zwischen 1981 und 1987 noch Wilhelm-Pieck-Universität hieß, hörte ich nur in einer einzigen Vorlesung etwas über Verletzungen durch Blitzschläge. Es war im Fach Gerichtliche Medizin und der vortragende Hochschullehrer sagte in der Lehrveranstaltung unter anderem, dass ein Mensch nach einem Blitzschlag entweder tot ist oder aber seine Gesundheit keine bleibenden Schäden davontrüge. Er bezeichnete dies fachgerecht als 'Restitutio ad integrum', die bei den Überlebenden eintritt. Heute weiß die Fachwissenschaft, dass die zweite Hälfte seines Satzes ein großer Irrtum war. Letztlich war diese Vorlesung aber nicht dafür entscheidend, dass ich im September 1987 meine Ausbildung zum Facharzt für Gerichtliche Medizin am Rostocker Institut in der damaligen Friedrich- EngelsStraße begann. Bis zu meinem eingangs erwähnten Schlüsselerlebnis sollten noch acht Jahre vergehen. In der Zwischenzeit hatte ich promoviert und war auch Facharzt geworden. Das Fach hieß nun nicht mehr Gerichtliche Medizin, sondern Rechtsmedizin und die Straße, in der sich das Rostocker Institut befand, wieder Sankt-Georg-Straße. An einem Nachmittag im Mai 1995 nahmen schätzungsweise 500 Personen an einem Sportfest in der Gemeinde Rastow bei Ludwigslust (Mecklenburg- Vorpommern) teil. Die Veranstaltung wurde auf dem Fußballplatz, der sich am Ortsrand befand, durchgeführt. Als gegen 16:15 Uhr ein heftiger Gewitterregen einsetzte, brach man das Sporttreiben ab und zahlreiche Personen suchten in einem Zelt, das am Rande des Sportplatzes neben einer Reihe großer Pappeln aufgebaut worden war, Schutz. Gegen 16:30 Uhr schlug ein Blitz in eine Pappel, die etwa zwei Meter von dem Zelt entfernt stand, ein. Dabei wurden insgesamt 64 Personen verletzt, zwei von ihnen schwer. Einer von diesen, ein 27-jähriger Mann, erlag fünf Tage nach dem Unglück in einer Klinik seinen Verletzungen. Von der Staatsanwaltschaft Schwerin wurde eine Obduktion angeordnet. Ich hatte zu dieser Zeit Dienst in der Landeshauptstadt und war somit zuständig. Die Ergebnisse der Untersuchungen waren einzigartig. Der junge Mann wies äußerlich keine Verletzungen auf, hatte jedoch innerlich ausgedehnte intensive Verkochungen der Brustmuskulatur. Trotz einer intensiven Literaturrecherche fand sich in den nächsten Tagen und Wochen weder in der deutschsprachigen noch in der internationalen Fachliteratur ein vergleichbarer Fall. Seit dem Mai 1995 hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Eine Publikation über die seltenen Verletzungen des Todesopfers dieses Unglücks erschien 1997 im 'International Journal of Legal Medicine' und wird in der Fachliteratur auch heute noch zitiert. Aus dem Rostocker Institut folgten zahlreiche weitere Publikationen über Unfälle durch Blitzschlag. Bei der Auswertung einer Vielzahl von berichteten Fällen mit Gesundheitsschädigungen durch Blitzschläge war festzustellen, dass sehr viele dieser Ereignisse bei einem anderen Verhalten des Opfers vermeidbar gewesen wären. Das war für mich der Hauptgrund, nach dem Fertigstellen eines Fachbuches für Mediziner im Jahre 2023 auch ein allgemeines Sachbuch über dieses Thema zu schreiben, sozusagen ein Buch für jedermann. Dieses Buch soll möglichst vielen Menschen aufzeigen, was alles bei Unfällen durch Blitzschlag passieren kann und wie man sich am besten davor schützt. Werfen Sie ab sofort alte Volksweisheiten wie 'Eichen sollst du weichen, aber Buchen sollst du suchen!' für immer über Bord und vertrauen Sie der Wissenschaft! Denn: Das Aufräumen mit den Mythen aus vergangener Zeit und das Berücksichtigen beispielsweise der in diesem Buch erläuterten 30-30-Regel können Leben retten! Bleiben Sie immer und überall vorsichtig! Fred Zack

Der Rechtsmediziner Fred Zack, der sich seit über 25 Jahren wissenschaftlich mit den vielfältigen Folgen eines Blitzunfalls für Menschen beschäftigt, zeigt in diesem Buch eindrucksvoll und mit Beispielen belegt, welche gesundheitlichen Auswirkungen ein Blitzschlag für eine Person haben kann und welche schweren Unfälle es bereits gegeben hat. Er räumt in dem ersten Sachbuch zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum mit zahlreichen Mythen, die die Gefahr eines Unfalls erhöhen, auf und erläutert die in den letzten Jahren erweiterten und konkretisierten Empfehlungen für einen optimalen Schutz für jedermann verständlich und nachvollziehbar.

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