Beschreibung
Ähnlich wie S. Kracauer und A. Bazin es für den italienischen Neorealismus getan haben, befragt Groß' Studie das deutsche Nachkriegskino auf seine paradigmatischen Formen hin, inwieweit in ihnen die kurrenten Nachkriegsthemen überhaupt erst Gestalt gewinnen und das heißt sicht- und artikulierbar werden. Auf der Grundlage von etwa 150 ost- und westdeutschen Trümmer- und Unterhaltungsfilmen, Dokumentationen, Wochenschauen, Kulturfilmen, >re-education< und >re-orientation<-Filmen der Jahre 1945-50 untersucht der Autor, inwieweit diese Filme selbst eine originäre Erfahrung von Geschichtlichkeit ermöglichen, die sich gerade in mit der 'Stunde Null' verbundenen Zeitformen von Stillstand, Paralyse und den daraus resultierenden heterogenen Bildtypen realisiert. Grundlage dafür ist die Frage, welchen Zuschauer sich diese Filme denken, ob und wie sie ihn in die Lage versetzen, sich in dem widersprüchlichen und unbegriffenen Verhältnis von individuellem Erleben und historischen Zeitläuften zu verorten, mithin seine eigene Geschichtlichkeit erfahren zu können. D.h. die Filme werden nicht daraufhin betrachtet, welche ihnen vorgängige Realität sie abbilden, sondern umgekehrt daraufhin, wie sie selbst den Zugang zu dieser als unverfügbar verstandenen Realität strukturieren und so erst ermöglichen. So wird der deutsche Nachkriegsfilm über alle Genregrenzen hinweg und unter Einbezug vernachlässigter Sparten wie dem Unterhaltungsfilm zum empirischen Forschungsmaterial, das die historischen Bedingungen, unter denen der Einzelne in der Nachkriegswirklichkeit lebt, als erfahrbare herauskristallisiert.
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