Beschreibung
'Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.' Diese Feststellung, die Hamlet (1. Akt, 5. Szene) getroffen hat, mag im Hinblick auf wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Grenzen nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein. Doch bezieht man diese Aussage auf die Existenz von Hexen, so muss man sagen, dass es diese nie gegeben hat. Sie stellen ein reines Phantasiekonstrukt dar, weshalb sie auch beliebte Märchenfiguren sind. Die berühmteste Vertreterin dieser Gattung ist sicherlich die Hexe im Grimmschen Märchen von Hänsel und Gretel. Leider aber sind im Laufe der abendländischen Geschichte die Hexen nicht als fiktive Wesen begriffen, sondern als real existente Gestalten verstanden worden, was in der Frühen Neuzeit dazu führte, dass derartige Personen verfolgt, gefoltert und getötet wurden. Die Herkunft des Wortes Hexe ist nicht gänzlich geklärt. Man leitet es meist her von althochdeutsch Hagzissa, wobei die erste Worthälfte auf ahd. hagu, altnord. hagi (eingefriedigtes Landstück), altengl. haga, hæg (Hecke), die zweite Worthälfte auf tysja (Elfe) zurückgeführt werden kann. Zissa könnte aber ebenso gut sitzen bedeuten, gleichfalls könnte eine Ableitung vom norwegischen tusul (Gespenst) in Frage kommen. Außerdem besteht wohl eine Verbindung zum altnordischen túnriða (Zaunreiterin), was sich im Mittelhochdeutschen im 14. Jh. als zunrite wiederfindet, also ein auf dem Zaun oder der Hecke sitzender bzw. reitender böser Geist. Hagezussa/Hagzissa ist seit dem 10. Jh. belegt. Die weibliche Endung bezeugt, dass vor allem Frauen der Hexerei verdächtigt wurden. 'Im Bereich der Volkssprache drängte auf deutschem Boden und von da aus auf nordischem Gebiet das Wort Hexe alle anderen Zauberer- und Dämonennamen zurück.' Das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm interpretiert das Wort Hexe etwas anders, indem es den Namen von hag (Landgut) und ahd. zussa, ableitet, was die Gebrüder Grimm mit angelsächsisch tesu, teosu (Verlust und Verderben), tesvian (in Nachteil setzen, schädigen, verderben) in Zusammenhang bringen wollen.
Abracadabra! Diese Formel kennen wir alle. Sie ist jedoch kein Produkt der Neuzeit, sondern war bereits in der Antike geläufig. Will man die Entwicklung des Hexenglaubens verstehen, lohnt es sich, den Wurzeln der Hexerei, Magie und Zauberei in den frühen Hochkulturen nachzuspüren und eine umfassende Zusammenschau über die antiken Zauberpraktiken sowie die Ausführenden der magischen Kunst zu geben. Antike Quellen, die zeigen, auf welche Weise und aus welchen Gründen Menschen versucht haben, durch Magie Einfluss auf die Welt zu nehmen, werden ausführlich zitiert und in die deutsche Sprache übertragen. Von den Kulturen in Mesopotamien und Ägypten über das Judentum, Griechenland und Rom bis in die christliche Antike nimmt das Buch die Schauplätze magischen Geschehens in den Fokus. Ein kurzer Ausblick auf das Mittelalter und die frühe Neuzeit mit ihren Hexenverfolgungen rundet das Thema ab. Magie ist nicht nur ein Phänomen der frühen Gesellschaften, die noch nicht über unser wissenschaftliches Denken verfügten: in unseren hoch entwickelten Kulturen ist magisches Denken ebenfalls weit verbreitet. Auch darum faszinieren Gestalten wie die Zauberin Medea oder der mesopotamische Dämon Pazuzu bis heute und finden noch immer Anklang in der (Pop-)Kultur.
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