Eine schwierige Partie

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Der Heiratsvermittler von St. Louis 3

ISBN: 3963625481
ISBN 13: 9783963625480
Autor: Hedlund, Jody
Verlag: Francke-Buchhandlung GmbH
Umfang: 301 S.
Erscheinungsdatum: 15.05.2026
Format: 2.2 x 20.5 x 13.5
Gewicht: 354 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert
Originaltitel: A wager with the matchmaker
Artikelnummer: 1709022 Kategorie:

Beschreibung

St. Louis, Missouri Juni 1849 Sie hatte schon wieder keine Arbeit und kein Dach über dem Kopf. Aufgewühlt wischte Alannah Darragh mit dem Staubtuch über den kostbaren Flügel, der die Mitte des Salons einnahm. Eigentlich musste der Flügel weder abgestaubt noch poliert werden. Das rötliche, dunkle Holz glänzte so sehr, dass sie sich darin spiegelte. Aber sie musste sich irgendwie beschäftigen, da ihr sonst die Sorgen die Luft abschnürten. Mrs Christy, die im Eingangsbereich die letzten Sachen, die nach New Orleans nachgeschickt werden sollten, einpackte, summte leise vor sich hin. Die Haushälterin konnte sorglos und unbeschwert sein, denn ihr war nicht gekündigt worden. Sie war gebeten worden, hierzubleiben und das Haus in Ordnung zu halten, solange die OBriens fort waren - auch wenn sie möglicherweise erst in mehreren Monaten zurückkehrten. Mit einem Seufzen ging Alannah vom Flügel zum cremefarbenen Sims über dem offenen Kamin. Sie staubte den silbernen Rahmen des geschmackvollen Gemäldes von einem Mississippi-Dampfer ab, bevor sie sich der kunstvollen Uhr zuwandte. Als jemand kräftig an die Haustür klopfte, hielt sie mit dem Staubtuch in der Hand inne. Ihr Puls beschleunigte sich und nahm den Takt der Uhr auf dem Kaminsims an. Seit dem Vorfall mit dem Bandenführer Shaw Farrell, der gedroht hatte, sie zu entführen, waren zwei Monate vergangen. Sie musste doch bestimmt nichts mehr von ihm befürchten? Trotzdem trat sie vorsichtig an den Rand des großen Fensters, das einen Blick auf die Vorderseite des Hauses bot. Sie spähte am Vorhang vorbei, konnte aber die oberste Stufe vor dem Haus nicht sehen. Mrs Christy hörte auf zu summen und öffnete die Haustür. 'Kann ich Ihnen helfen?' 'Oh ja', antwortete ein junger Mann, dessen Stimme Alannah nicht kannte. 'Ich würde gern mit Alannah sprechen.' Alannah erstarrte und ihr Herzschlag verdoppelte sich. Jemand kam hierher, um mit ihr zu sprechen? Warum? Hatte Shaw Farrell doch noch herausgefunden, wo sie sich aufhielt? 'Alannah ist beschäftigt.' Mrs Christys bestimmter Tonfall verriet unmissverständlich, dass sie den Besucher abwimmeln wollte. Alannah hatte nie über die Gründe gesprochen, aus denen sie sich verstecken musste. Aber Mrs Christy war eine intelligente Frau, der nichts entging, und sie hatte vermutlich ihre Schlussfolgerungen gezogen. 'Es dauert nicht lange', erklärte der Mann hartnäckig, aber mit ruhiger und freundlicher Stimme. 'Tut mir leid', sagte Mrs Christy, 'aber ich kann Alannah nicht erlauben, ihre Pflichten zu vernachlässigen.' Alannah huschte zum Fenster auf der anderen Seite des Zimmers. Die freundliche Haushälterin half ihr, Zeit zu gewinnen, und Alannah musste diese Chance nutzen. 'Alannahs Bruder schickt mich.' Alannah hielt inne. Wenn Torin diesen Mann schickte, stellte er vielleicht keine Bedrohung dar. Möglicherweise brachte er sogar die Nachricht, dass er eine andere Stelle für sie gefunden hatte. 'Ich bin Bellamy McKenna. Mein Vater ist Oscar McKenna, der Heiratsvermittler.' Bellamy McKenna? Sie war diesem Mann noch nie begegnet, aber Mrs OBrien hatte von ihm gesprochen. Bellamy wollte in die Fußstapfen seines Vaters als Heiratsvermittler treten und hatte deshalb in letzter Zeit angefangen, Ehen zu arrangieren. Vor einigen Monaten hatte er Kapitän OBrien und seiner Frau zur Heirat verholfen. Offenbar hatte Bellamy auch die Ehe zwischen Mrs OBriens älterer Schwester, Finola, und Riley Rafferty vermittelt. Bald würde Bellamy den Auftrag bekommen, auch für Kiernan eine passende Frau zu finden - falls er nicht bereits daran arbeitete. Was nicht hieß, dass Kiernan einen Heiratsvermittler brauchte! Mit seinem kastanienbraunen Haar und seinen dunkelblauen Augen sah er unglaublich gut aus. Dazu kam, dass er freundlich, fair und anständig war. Er bezahlte seine Angestellten gut, und er interessierte sich auch für sie als Menschen. Als ihr Bruder Torin Hilfe gebraucht hatte, hatte Kiernan nicht gezögert. Er hatte Alannah nicht nur die Stelle als Hausmädchen vermittelt, sondern kam auch gelegentlich vorbei, um nach ihr zu sehen. Sogar in der Nacht vor zwei Wochen, als das Feuer gewütet hatte und er eilig zum Haus geritten war, um sich zu vergewissern, ob es seiner Schwester gut ging, hatte er sie gesucht und in Sicherheit gebracht. 'Ich weiß, wer Sie sind, Bellamy McKenna', sagte Mrs Christy immer noch unnachgiebig. 'Wenn Sie mir Ihre Nachricht sagen, gebe ich sie an Alannah weiter.' Alannah richtete sich auf und rückte ihre Spitzenhaube zurecht. Es war bestimmt ungefährlich, ein paar Minuten mit Bellamy zu sprechen, wenn er eine Nachricht von Torin brachte. Als sie eilig zur Tür ging, war der harte Rhythmus ihrer halbhohen Schnürstiefel auf dem Boden zu hören. Sie trat in die Eingangshalle, die in einer frischen, hellen Cremefarbe gestrichen war und weitere hübsche blaue Akzente aufwies. Bellamy, der im Türrahmen stand und seine flache Tweedmütze in der Hand hielt, richtete seine Aufmerksamkeit sofort auf sie. 'Guten Morgen, Alannah.' Er betrachtete sie - einschätzend, als habe er die Absicht, einen Partner für sie zu finden, was natürlich unsinnig war. Torin würde ihn sicher nicht damit beauftragen, ohne sie vorher zu fragen, oder? Er schaute sie an, als könnte er ihre Gedanken lesen. Sie vergrub die Hände tiefer in ihren Taschen, um ihr Zittern zu verbergen. 'Sie sagten, dass Sie mir eine Nachricht von Torin bringen?' 'Nein, ich bringe keine Nachricht.' 'Warum schickt Torin Sie dann zu mir? Er hat Sie doch sicher nicht beauftragt, einen Mann für mich zu finden.' Ein spöttisches Lachen kam aus ihrem Mund. Bellamys Augen funkelten. 'Oh, doch! Ihr Bruder kam gestern Nacht heimlich zu mir, weil er will, dass Sie heiraten.' * * * Alannah sollte heiraten? Als Kiernan Shanahan diese Worte von Bellamy in der Eingangshalle hörte, blieb er mit der Hand auf dem Türgriff abrupt im Frühstückszimmer stehen. Er hatte dem Kutscher Mr Dunlop sein Pferd gegeben und sich ein wenig mit dem Mann unterhalten, als er plötzlich Bellamy auf der Straße entdeckt hatte, der zielstrebig auf das Haus seines Schwagers und seiner Schwester zugesteuert war. Bellamys eilige Schritte und seine vorsichtigen Blicke hatten bei Kiernan sofort alle Alarmglocken läuten lassen. Er war durch die Hintertür unbemerkt ins Haus gehuscht. Er konnte nicht sagen, ob es gut oder schlecht war, dass ihn niemand bemerkt hatte. Was wäre, wenn er weniger ehrbare Ziele verfolgen würde wie etwa Shaw Farrell? Kiernan gestand sich ungeniert ein, dass er Alannah sehr attraktiv fand. Ein Mann müsste schon blind sein, um sie nicht zu bemerken. Leider hatte Shaw Farrell sie auch bemerkt, und der Bandenführer war mindestens genauso gefährlich wie Alannahs Bruder Torin. Kiernan wusste nicht genau, was zwischen Torin und Shaw Farrell vorgefallen war, aber offenbar hatte sich Torin den Bandenführer zum Feind gemacht. 'Torin braucht keinen Mann für mich zu suchen', erklärte Alannah. 'Ich komme sehr gut allein zurecht.' 'Natürlich.' Bellamy klang, als hätte er nicht die geringste Sorge der Welt. Aber Kiernan hatte den Verdacht, dass hinter seinem Auftrag mehr steckte, als auf den ersten Blick zu sehen war. 'Ich werde mir eine neue Stelle suchen.' 'Eine neue Stelle?', entfuhr es Kiernan. Das plötzliche Schweigen auf der anderen Seite der Tür zeigte, dass er seine Anwesenheit verraten hatte. Andererseits hatte er auch gar nicht versucht, sich zu verstecken. Mit einem kurzen Zupfen am Revers seines eleganten Gehrocks, der perfekt zu seiner hellen Hose passte, stieß er die Tür auf und trat steif in die Eingangshalle. 'Ich helfe Ihnen, eine neue Stelle als Hausmädchen zu finden.' Kiernan ging im Geiste die verschiedenen Möglichkeiten durch. Er kannte mindestens ein halbes Dutzend Familien, die sie wahrscheinlich einstellen würden. 'Nein, Mr Shanahan.' Alannah trat einen Schritt zurück. 'Sie haben schon genug für mich getan.' 'Das tue ich gern.' Der Landsitz seiner Familie wäre ein ideales Ve...

St. Louis, 1849: Alannah hofft auf einen Neuanfang in St. Louis - weit weg von Irland, wo sie fast ihre ganze Familie verloren hat. Doch ihr Bruder sorgt sich um ihre Sicherheit: Ein gefährlicher Bandenführer ist fest entschlossen, Alannah für sich zu gewinnen. Um sie zu schützen, bittet er den Heiratsvermittler um Hilfe - aber Alannah hat ganz andere Pläne. Sie träumt von einem selbstbestimmten Leben und einer Anstellung bei einer Zeitung. Stattdessen landet sie zu ihrem Schutz als Küchenhilfe auf dem Landsitz der einflussreichen Familie Shanahan. Dort verliebt sie sich gegen ihren Willen mehr und mehr in Kiernan, den charmanten Sohn des Hauses. Doch der ist auf der Suche nach einer Braut mit reicher Mitgift, um seine Ziegelbrennerei auszubauen, und ganz sicher nicht nach einer mittellosen Küchenkraft. Als Alannahs gefährlicher Verehrer auf Rache sinnt, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu.

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