Beschreibung
Der Erdboden scheint in der Tat mit Schornsteinen bepflanzt zu sein; die Städte ersticken fast im Kohlenrauch: Die geschwärzten Mauern der Häuser, die von chemischen Bestandteilen vergifteten Flüsse, die man in diesem Erdenwinkel findet, machen einen durchaus nüchternen und doch auch wieder imposanten Eindruck und kennzeichnen die Zivilisation des Landes. Denkt man hier an das sentimentale, verträumte Deutschland, wie es abgedroschene Romantiker geschildert haben, muss man unwillkürlich lächeln. Nein, der Beschauer gewinnt den Eindruck, dass da ein stark reales Leben herrscht, hineingebracht in solch ruhiger Besonnenheit, dass man diesen Deutschen fast mit einem Arbeitspferd vergleichen möchte! Richtet man seine Gedanken einen Augenblick auf diese Ziffern, so steigt das Bild einer anwachsenden, unaufhaltsam vordringenden Woge sozusagen körperlich und mit Gewalt vor dem geistigen Auge empor. Aus dem Kapitel Die Rheinprovinz und Westfalen
Fürwahr ein bemerkenswerter Zusammenzug von Menschen, der in Europa nicht seinesgleichen hat. Der französische Journalist Jules Huret bereiste im Jahre 1906 das Land an Rhein und Ruhr, berichtet darüber in Le Figaro und später in einem Buch. Er nimmt den Leser mit auf ausgedehnte Werksbesichtigungen, spricht mit August Thyssen. Und er stellt fest, dass man diese Deutschen fast mit einem Arbeitspferd vergleichen möchte. Durch Hurets Augen auf das Revier um 1900 zu blicken, ist spannend. Und wer das Damals mit dem Heute vergleicht, wird überrascht feststellen: Manches hat sich kaum verändert.
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