Beschreibung
Die Chronikbücher leiten einen idealen Leser mit Hilfe intertextueller Verbindungen zu ihrer Botschaft YHWH ist der Gott Israels und wenn du ihn suchst, wird er sich von dir finden lassen (1 Chr 28,9). Je besser der Leser die Kontexte kennt, auf die die Verbindungen anspielen, desto eindeutiger wird die Botschaft der Chronikbücher. Eine Untersuchung der Gebetsphänomene in der Chronik zeigt, dass Querverbindungen zwischen Texten nicht nur durch direkte Zitate oder Vollzitate geschaffen werden können. Auch Abkürzungsphänomene wie Abbreviaturen und unrecorded prayers stützen die Strategie des Textes. Kurzzitate und Schlüsselwörter, die mit ihrer Bedeutung auf ganze Textabschnitte anspielen, erschließen nicht so sehr neue Sinnpotentiale, sondern verstärken bereits getroffene Aussagen und vereindeutigen missverständliche Sachverhalte. Insbesondere heben sie die Hauptbotschaft der Chronikbücher zu überzeitlicher Gültigkeit und verkündigen YHWH als den einzigen Gott und einzig legitimen Adressaten aller Formen von Hinwendung. Dabei sprechen die Chronikbücher aus ihrer der Textwelt heraus (ideale) Leser direkt an.
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