Beschreibung
Unter der Leitwährung der Naturwissenschaften ist die sogenannte Psychotherapie ihres wesentlich verstehenden Zugangs zum Menschen beraubt worden. Selbst die Psychosomatik kann die Aufspaltung in einzelne Teilbereiche der menschlichen Existenz nicht überwinden. Auch in der Psychoanalyse hat die Entwicklung dazu geführt, die leiblichen Aspekte im Raum des Denkens und der Phantasie zu bannen, den Leib zum chirurgischen Körper zu machen. Der Körper ist aber immer schon der tote Leib und eine Seele gibt es gar nicht, sondern geht begrifflich auf einen Übersetzungsfehler zurück. Es gibt viele begriffliche Unsauberkeiten, die dem menschlichen Sein nicht gerecht werden. Selbst der Begriff der Körperpsychotherapie ist irreführend, da die sogenannten PsychotherapeutInnen weder Körper noch imaginäre Seelen behandeln. Vielmehr geht es immer um den leidenden Menschen, der dies in der Art und Weise seines Daseins leibt. Daher scheint der Begriff der leibfundierten Daseinsanalyse passender, zumal hier der verstehende Zugang zum Menschen wieder stärker betont wird. Und da Sprache Bewusstsein formt, wird zugleich der Versuch unternommen, in der Schreibweise alle Geschlechter zu repräsentieren. Lebendige Beispiele aus der leibfundierten Daseinsanalyse machen diese Art des Zugangs deutlich. Ferner wird den Pionieren einer leibfundierten Psychoanalyse und den Ergebnissen der modernen Säuglingsforschung gebührender Raum gegeben.
Autorenporträt
Bernd Kuck, Dipl.-Psych., Ausbildung in Tiefenpsychologie und Großgruppentherapie (Berlin); Weiterbildung in Psychoanalyse; Fortbildung in leibfundierter analytischer Psychotherapie; niedergelassen in eigener Praxis in Bonn; Lehrtherapeut/Dozent an der KBAP Bonn und am Institut Rhein-Eifel. Mitwirkender beim 'Steißlinger Kreis' sowie der AG körperorientierte psychodynamische Psychotherapie.
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