Beschreibung
Rudolf Euckens Mensch und Welt entfaltet eine philosophische Untersuchung der Stellung des Menschen im Ganzen der Wirklichkeit. Zwischen Naturerkenntnis, Kulturkritik und Religionsphilosophie fragt Eucken nach einer geistigen Lebensform, die den Menschen weder im Mechanismus der Welt aufgehen lässt noch in bloße Subjektivität entlässt. Sein Stil ist argumentativ verdichtet, bisweilen pathetisch, getragen von der Sprache des deutschen Idealismus und der Lebensphilosophie; im Kontext der Moderne antwortet das Buch auf Naturalismus, Historismus und die Erfahrung kultureller Krise. Als Jenaer Philosoph und Nobelpreisträger für Literatur entwickelte Eucken die Lehre vom schöpferischen geistigen Leben. Seine akademische Laufbahn, die Auseinandersetzung mit Aristoteles, Kant und Fichte sowie die Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts prägten sein Denken. Mensch und Welt erscheint daher als Summe einer Suche nach Sinn, Freiheit und innerer Erneuerung gegenüber bloßem Fortschrittsglauben. Empfohlen sei dieses Werk Lesern, die philosophische Grundfragen nicht als abstrakte Spekulation, sondern als Aufgabe persönlicher und gemeinschaftlicher Orientierung verstehen. Wer die Spannungen zwischen Wissenschaft, Religion, Kultur und Ethik der Moderne nachvollziehen möchte, findet hier eine anspruchsvolle, zugleich kämpferische Stimme. Euckens Buch fordert zur Prüfung des eigenen Weltverhältnisses heraus und bleibt gerade darin anregend.
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