Beschreibung
Wie liest man Platon? Die Frage einer angemessenen Hermeneutik hat innerhalb der Platonforschung zu heftigen Debatten geführt. Sie ist jedoch untrennbar mit der dramaturgischen Komplexität der Dialoge verbunden und bestimmt unser Verständnis ihres philosophischen Gehalts. Ausgehend von der Debatte um Platons ungeschriebene Lehre entwickelt André Lanoue einen hermeneutischen Ansatz, der auf der platonischen Philosophie selbst gründet. Denn Platon äußert sich ausführlich zu sämtlichen Fragen, die für die Ausarbeitung einer eigentlichen Theorie des philosophischen Schreibens von Bedeutung sind. Seine Bildungslehre, seine Seelenlehre sowie seine Kritiken der Rhetorik, der Dichtung und der Schriftlichkeit selbst liefern die theoretischen Grundlagen für eine genuin platonische Hermeneutik der platonischen Dialoge. Die vorliegenden Studien zum Phaidon, Symposion und Protagoras haben zum Ziel, die Kohärenz und die philosophische Tragweite der platonischen Dramaturgie sichtbar zu machen.
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