Beschreibung
Einer verbreiteten Auffassung zufolge vollzog sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein folgenreicher Paradigmenwechsel in der Philosophie: Mit dem sogenannten linguistic turn wandte man sich von den Problemkreisen der Subjektphilosophie ab - und der Sprache zu. Die Entdeckung der sprachlichen Verfasstheit des Denkens sah man dabei im Licht einer 'De-Transzendentalisierung des Subjekts' (Habermas) und dessen Einbettung in Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Anliegen dieses Bandes ist es, diese Auffassung zu korrigieren: In einer Re-Lektüre von Ludwig Wittgensteins Tractatus zeigt er, dass die Wende zur Sprache keine Abwendung von der alten Frage nach der Möglichkeit von Selbstbewusstsein ist, sondern deren Vertiefung. Wittgensteins Diktum, der Satz sei ein Bild der Tatsache, bildet dabei das Zentrum eines weitreichenden philosophischen Problems: Der Satz ist ein Bild der Tatsache - aber wann sehen wir jemals das Bild?
Autorenporträt
Joachim Rautenberg studierte Philosophie und Klassische Philologie in Leipzig, Basel und Strasbourg. Er war Mitglied des Graduierten-Kollegs eikones an der Universität Basel, wo er 2025 seine Promotion in Philosophie abschloss.
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