Beschreibung
Unter den Aufgaben, die Baupolitik, Architektur und Immobilienwirtschaft derzeit beschäftigen, steht das Thema des Umbaus an vorderer Stelle. Insbesondere die Klimadebatte sowie die Diskussionen um den Rohstoffmangel und die daraus resultierenden Vorschläge für Moratorien in Bezug auf Abriss und Neubau lassen das Weiterbauen von bestehenden Gebäuden und Flächen als geradezu unumgängliche Alternative erscheinen. Zugleich kommt dem Thema unter den gegenwärtigen Produktionsbedingungen von Architektur eine aktuelle Bedeutung zu: Denn während die Praxis des Umbaus vor dem 20. Jahrhundert als meist längerfristiger Prozess in den damaligen Subsistenzgesellschaften eine schlichte ökonomische, bautechnische und gesellschaftliche Notwendigkeit war, ist diese Kontinuität baulicher Umwandlungsprozesse in den heutigen Wohlstands- und Konsumgesellschaften seit spätestens der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr gegeben. Angesichts dieses singulären architekturgeschichtlichen Bruchs, der unter dem Imperativ des Neubaus steht, stellt die hier anhand des Begriffs der Transformation entwickelte systematische Perspektive Strategien zur Diskussion, die sich zu Lösungsansätzen für gegenwärtige und zukünftige Fragestellungen weiterentwickeln können. Architektur in Transformationsgesellschaften ermöglicht erstmals eine umfassende theoretische und historische Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Handbuch vereint 20 Essays von Autor*innen aus den Bereichen Architekturgeschichte, Architekturtheorie, Denkmalpflege und Technikgeschichte sowie von praktizierenden und an Entwurfslehrstühlen tätigen Architekt*innen und Landschaftsarchitekt*innen. Architecture as a Resource in Transformational Societies Conversion ranks first among the issues currently facing construction policymakers, architects, and the real estate industry. The debate around climate change, discussions about shortages of raw materials, and the resulting proposals for moratoriums on demolition and new construction, in particular, make refurbishing and converting existing buildings and sites look like an absolutely indispensable alternative. Meanwhile, the subject has taken on a timely significance given the current conditions of architectural production: before the twentieth century, the practice of conversion was typically a slow-moving process and a simple economic, technical, and social necessity in the affluent and consumer societies of the time; by the mid-twentieth century, however, if not earlier, this continuity of architectural transformation processes had been severed by the rise of the consumer society. In light of this singular disruption in architectural history, which was marked by the imperative of new construction, the systematic perspective laid out here through the concept of transformation solicits a discussion of strategies that can evolve into approaches to solving current and future challenges.
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