Zwischen kulturellem Gedächtnis, Nostalgie und Mythos

Lieferzeit: Lieferbar innerhalb 14 Tagen

100,00 

Die Erinnerung an die Habsburgermonarchie in der Ukraine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion

ISBN: 3205204840
ISBN 13: 9783205204848
Autor: Dubasevych, Roman
Verlag: Böhlau-Verlag
Umfang: 351 S.
Erscheinungsdatum: 14.08.2017
Auflage: 1/2017
Format: 2.5 x 24 x 17
Gewicht: 694 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert

Oma Österreich: unter diesem Kosenamen kehrte die Habsburgermonarchie ins Bewusstsein des heutigen Galizien zurück. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit durch Autoren und Maler wie Jurij Andruchovyc oder Volodymyr Kaufman wurde auch vom Tourismus der Städte wie Lviv (Lemberg) aufgegriffen und fand ihren Ausdruck in deren blühender Kaffeehauskultur. Während nach der Wende diese Erinnerung die Wiederentdeckung der einstigen Multikulturalität förderte, trat seit etwa 2000 auch ihre konservative Seite zutage. Sie bestand in einem Ausspielen der europäischen Zugehörigkeit gegen die Regionen im Osten, die als zivilisatorisch rückständig empfunden wurden. Im Zentrum des Buches steht das Spannungsfeld zwischen einer inklusiven reparativen Nostalgie und einem exklusiven Eurozentrismus, in dem sich die Erinnerung an die Habsburger bewegte. Damit soll nicht nur die von Claudio Magris begründete kritische Analyse des Habsburgermythos fortgeführt, sondern auch zum besseren Verständnis kultureller Ursachen des Ukraine-Konflikts beigetragen werden, die hinter geopolitischen Verwerfungen häufig zurücktreten.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es in der Westukraine zu einer Renaissance des Habsburger Mythos. Der Pionierstudie von Claudio Magris folgend geht Roman Dubasevych den Spuren der Habsburger Nostalgie im heutigen Galizien nach und zeigt, wie sie zwischen der Wiederentdeckung der vergangenen Multikulturalität und Abgrenzung gegenüber der gegenwärtigen, ukrainisch-russischen oszilliert. Damit trägt er zum besseren Verständnis der kulturellen Ursachen des aktuellen Ukraine-Konflikts bei

Artikelnummer: 609828 Kategorie:

Beschreibung

Oma Österreich. Unter diesem Kosenamen kehrte die Habsburgermonarchie ins Bewusstsein des heutigen Galizien zurück. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit durch Autoren und Maler wie Jurij Andruchovyc oder Volodymyr Kaufman wurde auch vom Tourismus der Städte wie Lviv (Lemberg) aufgegriffen und fand ihren Ausdruck in deren blühender Kaffeehauskultur. Während nach der Wende diese Erinnerung die Wiederentdeckung der einstigen Multikulturalität förderte, trat seit etwa 2000 auch ihre konservative Seite zutage. Sie bestand in einem Ausspielen der europäischen Zugehörigkeit gegen die Regionen im Osten, die als zivilisatorisch rückständig empfunden wurden. Im Zentrum des Buches steht das Spannungsfeld zwischen einer inklusiven reparativen Nostalgie und einem exklusiven Eurozentrismus, in dem sich die Erinnerung an die Habsburger bewegte. Damit soll nicht nur die von Claudio Magris begründete kritische Analyse des Habsburger Mythos fortgeführt, sondern auch zum besseren Verständnis kultureller Ursachen des Ukraine-Konflikts beigetragen werden, die hinter geopolitischen Verwerfungen häufig zurücktreten.

Autorenporträt

Dr. Roman Dubasevych, Studium der Germanistik in Lviv (Lemberg), Freiburg i. Br. und Graz. Promotion an der Universität Wien im Rahmen des Doktoratskollegs »Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe». Übersetzer, Reiseführer, Publizist, derzeit Professurvertretung am Lehrstuhl für Ost- und Westslawische Philologie an der Universität Greifswald.

Herstellerkennzeichnung:


Böhlau-Verlag GmbH u Cie.
Lindenstr. 14
50674 Köln
DE

E-Mail: ute.schnueckel@brill.com

Das könnte Ihnen auch gefallen …