sowie der sie umgebenden Berge und Lustschlösser, insbesondere der WARTBURG und WILHELMSTHAL, nebst Regenten-Geschichte.
| ISBN: |
3959661711 |
| ISBN 13: |
9783959661713 |
| Autor: |
Storch, Johann Wilhelm |
| Verlag: |
Verlag Rockstuhl |
| Umfang: |
636 S., 11 Illustr., 11 Bildtaf., Steindrucktafeln darunter 1 Karte als Plan von Eisenach 1837 sowie der Grundriß der Wartburg |
| Erscheinungsdatum: |
25.01.2017 |
| Produktform: |
Gebunden/Hardback |
| Einband: |
Gebunden |
Unsere im Mittelalter gegründete Vaterlandstadt Eisenach hat durch das in ihrer Nähe liegende feste Bergschloß Wartburg, als die Residenz der mächtigen Landgrafen von Thüringen und durch die bedeutende Menge der in ihr und um sie her erbauten Kirchen, Klöster, Capellen und Hospitäler, sich zu einem der merkwürdigsten gleichsam heiligen Orte erhoben. Manche wichtige Nachrichten über dieselbe haben uns die Zeitbücher aufbewahrt, aber sie sind in Schriften zerstreut und mit nicht geringer Parteilichkeit von Mönchen geschrieben, wodurch die Wahrheit der Begebenheiten entstellt ist. Die Chronikschreiber haben uns vom mittlern Zeitalter nur dürftige Erzählungen von gekrönten Häuptern, Schlachten, Kirchen- und Klöstererbauungen, Pestilenz, Wasserfluthen etc. mitgetheilt, aber den Zustand der Völker, so wie ihre Verfassung, haben sie nicht geschildert. Nothgedrungen müssen sie jedoch dem Geschichtschreiber, so gering auch ihr Werth ist, als Hülfsquelle dienen, sie mögen Wahrheit oder Unwahrheit enthalten. Eine genaue Beschreibung der Stadt Eisenach, worin ihre Lage, Beschaffenheit, bürgerliche Verfassung, die sie umgebenden Berge, Thäler, Flüsse, Burgen und Regenten dargestellt sind, fehlt uns bis jetzt gänzlich. Ich habe es daher gewagt, eine topographisch-historische Beschreibung derselben zu entwerfen. Zur Erlangung der hierzu erforderlichen Hülfsmittel bot sich eine günstige Gelegenheit dar. Das seit länger als 40 Jahren mit System und Genauigkeit aus einem Chaos alter Scripturen und Rechnungen geschaffene und in den wartburger Gebäuden aufgestellte Archiv wurde mir 1830 zur Aufsicht anvertraut. Die darin aufbewahrten Documente laufen vom 15ten bis zum Schluß des 17ten Jahrhunderts. Obgleich mein verdienstvoller Vorfahrer und Schöpfer desselben ein Repertorium darüber gefertigt und bei einer beschwerlichen fünf Jahre langen Arbeit alles planmäßig und pünctlich geordnet hatte, so waren doch in der letzten Zeit seines hohen Alters, wo er das in dicke und kalte Mauern eingeschlossene Archiv nicht mehr besuchen konnte, einige Unordnungen dabei eingetreten. Mehrere Acten und Rechnungen waren aus den Reposituren genommen, durch einander geworfen und nicht gehörig reponirt worden. Zwei Sommer, die ich dieser langweiligen Beschäftigung widmete, waren erforderlich, um alles wieder zu ordnen und die zerstreuten Stücke in die bestimmten Locale zu bringen. . Die Chroniken von Ursinus, Rothe, Spangenberg, Bang und Pfefferkorn, die einschlagenden Schriften von Rebhahn, Sagitor, Paulini, Schumacher, Galletti, Thon, Luden, Mey und Herzog habe ich bei dem Unternehmen zu benutzen gesucht. Eine reichhaltige Quelle historischer Nachrichten fand ich in Urkunden in Eisenach, welche in dem hiesigen Regierungs- und Cammerarchiv aufbewahrt werden und auf Ersuchen mit Zuvorkommenheit mir mitgetheilt wurden. Auch das großherzogliche Oberconsistorium und die Stadtpolizei haben mehrere erbetene Acten und Rechnungen an mich aushändigen lassen, wofür ich diesen hohen Behörden den wärmsten Dank hiermit ausspreche. In alten Urkunden ist ein unschätzbarer Werth enthalten. Einigen neuen gründlichen Geschichtsforschern, die lediglich aus Urkunden, als: Stiftungsbriefen, Schenkungen, Verträgen etc. geschöpft haben, verdanken wir die lehrreichen Schilderungen des Mittelalters. Einen ehrenvollen Platz verdient in diesem Betracht das directorium diplomaticum von August Schultes. Unverholen erwähne ich noch, daß bei Darstellung der Landesverfassung und der gemeinnützigen Anstalten auch das Staatshandbuch des Großherzogthums Sachsen-Weimar-Eisenach vom Jahr 1835 buchstäblich benutzt wurde und mir zur Richtschnur diente. Ausgestattet mit den erforderlichen Nachrichten, welche ich binnen fünf Jahren zu sammlen bemüht war, entwarf ich für Geschichts- und Vaterlandsfreunde gegenwärtige historische Abhandlung, die ich in fünf Abschnitte brachte. Diese Abtheilung machte sich um so nöthiger, weil die Facten sich leichter überschauen und zum Ganzen besser verbinden.