Beschreibung
Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Europa löste in der islamischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert eine umfangreiche Reformdiskussion aus. Die Forderungen nach rechtlichen Verbesserungen für Frauen und eine erstarkende feministische Bewegung machten auch die Institution Polygamie zu einem kontrovers diskutierten Thema. Die vorliegende Untersuchung zeigt an Quellenbeispielen, wie die Polygamiedebatte durch die Vertreter verschiedener intellektueller Strömungen und später auch durch die betroffenen Frauen selbst geführt wurde. Diese Debatte begleitete und beförderte Reformen, wie die Beschränkung der Polygamie durch die Familienverordnung von 1917 und ihr Verbot durch das neue Zivilrecht von 1926. Hierfür spielte die osmanisch-türkische Auseinandersetzung um die Polygamie in der Spätphase des Osmanischen Reichs als zentraler Bestandteil der Reformdebatte eine entscheidende Rolle.
Autorenporträt
Rana v. Mende-Altayli ist Islamwissenschaftlerin und lehrte osmanische Sprache und Geschichte im 19. Jahrhundert am Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin. Seit einigen Jahren beschäftigte sie sich mit der Situation der osmanisch-muslimischen Frauen in der Spätphase des Osmanischen Reiches. Zum vorliegenden Thema erschien 2010 bereits das von ihr herausgegebene Buch Fatima 'Aliyye / Mahmud Es'ad: Ta'addüd-i Zevcat eyl. Continuation of the Debate on Polygamy (2010).
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