Beschreibung
Anlässlich des 500. Jahrestags des Bauernkriegs von 1525 untersuchen die Beiträge dieses Bandes, inwiefern der Bauernkrieg in der Tradition spätmittelalterlicher Aufstände seit dem 14. Jahrhundert in Mittel- und Westeuropa stand. Die Beiträge lösen sich von der Idee einer bloßen 'Vorgeschichte' und analysieren stattdessen die Wirkmächtigkeit zentraler Aufstandsmerkmale in der longue durée.Den Autorinnen und Autoren dieses Bandes gelingt es aufzuzeigen, dass die Aufständischen ein klares politisches Gestaltungsbewusstsein besaßen. Ihr Ziel war meist kein Systemsturz, sondern die Teilhabe durch Reformen und Kooperation mit der Obrigkeit. Materiell waren häufig Ressourcenkonflikte und Verteilungsprobleme ausschlaggebend, während religiöse Motive erst im Übergang zum 16. Jahrhundert als Legitimationsstrategie dienten. Trotz breiter Bündnisse über Standesgrenzen hinweg scheiterten viele Bewegungen an interner Instabilität. Gewalt fungierte dabei oft als gezieltes symbolisches Kommunikationsmittel. Insgesamt wird der Bauernkrieg so als Teil einer kontinuierlichen europäischen Protestkultur verständlich.
Autorenporträt
Christoph Mauntel lehrt und forscht zur Geschichte des Mittelalters an der Universität Osnabrück. Gerrit Jasper Schenk lehrt und forscht zur Geschichte des Mittelalters an der Technischen Universität Darmstadt. Thomas Roth, M.A., studierte Geschichte und Politikwissenschaft und ist Promotionsstudent am Institut für Geschichte der Technischen Universität Darmstadt.
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