Beschreibung
Das Lehnswesen galt lange Zeit als zentrales Ordnungssystem, das das gesamte Mittelalter durchzog. Das daraus abgeleitete wissenschaftliche Modell - zugespitzt in der sogenannten Lehnspyramide - diente selbst dann noch zur Erklärung von Ereignissen, Strukturen und Prozessen, wenn belastbare Quellenbelege fehlten. Mit dem Erscheinen von Susan Reynolds' Werk zu Fiefs and Vassals im Jahr 1994 wurde diese Meistererzählung grundsätzlich in Frage gestellt. Die seitdem bezogenen Positionen reichen vom Festhalten am Althergebrachten über zahlreiche Vorschläge zu Modifizierung bis hin zur grundsätzlichen Infragestellung der Existenz des Lehnswesens. Diese ebenso vielfältige wie produktive Debatte findet im vorliegenden Sammelband ihre Fortsetzung - mit einem besonderen Fokus auf das spätmittelalterliche Nord- und Mitteleuropa sowie auf die Verflechtungen des Lehnswesens mit Geld- und Verwaltungswesen.
Autorenporträt
Oliver Auge studierte Geschichte und Lateinische Philologie in Tübingen. Die Promotion erfolgte ebenfalls dort, die Habilitation in Greifswald. Er ist Professor für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt zur Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Frederic Zangel studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte sowie Politische Wissenschaft in Kiel und Göteborg. Die Promotion erfolgte ebenfalls in Kiel. Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kieler Abteilung für Regionalgeschichte in zwei Projekten tätig: zur Erforschung der Burgen in Schleswig-Holstein sowie zum Lehnswesen in Dänemark.
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