Das Gesundheitswesen im Dienste des Nationalsozialismus anhand von sächsischen Beispielen

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ISBN: 365682911X
ISBN 13: 9783656829119
Autor: Grünwald, Julia
Verlag: GRIN Verlag
Umfang: 48 S.
Erscheinungsdatum: 07.11.2014
Auflage: 1/2014
Format: 0.4 x 21 x 14.8
Gewicht: 84 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert
Artikelnummer: 7479463 Kategorie:

Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Note: 1,8, Universität Leipzig (Historisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Gesundheitsämter werden zum Wächter über den Volksbestand und zum Hüter über die Zukunft unseres Deutschen Volkes (Berlin 1935, Dr. med.Arthur Gütt, Medizinalreferent des Reichsinnenministeriums) Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahre 1933 erfuhr das bisherige auf Gesundheitsfürsorge und Wohlfahrt ausgerichtete Gesundheitswesen der Weimarer Republik eine radikale Veränderung. Während der Tätigkeitsbereich der kommunalen Gesundheitsämter in den 1920er Jahren noch durch die beratende Funktion der Bevölkerung in gesundheitlichen Fragen definiert war und sich vornehmlich auf die Bekämpfung von Volkskrankheiten richtete, wurden dienun auf Reichsebene gesteuerten nationalsozialistische Gesundheitsämter von rassenhygienischen Leitmotiven dominiert. Zahlreiche Wissenschaften dienten im Dritten Reich als Legitimations- und Argumentationsgrundlage für gezielte Maßnahmen gegen ethnische und nationale Minderheiten. Gesetzesentwürfe und Vorschläge seitens der Politiker und Ärzteschaft lassen erkennen, dass sich bereits in den Endjahren der Weimarer Republik die eugenische Gesinnung verstärkte. Zum einen wurde die finanzielle Lage der Kommunen auch in Sachsen immer wieder Anlass zu Kostenargumentationen mit eugenischem Hintergrund, zum anderen sahen einige Ärzten in den Neuerungen des Gesundheitswesens Kompetenzerweiterungen und wissenschaftliche Anreize. An diese instabile Lage konnte die Rassenideologie des Dritten Reiches anknüpfen und sie zu ihren Gunsten nutzen. So konstruierte man eine zwangsläufige Vererbung von Erbkrankheiten, die es zu verhindern und vernichten galt. Da der Staat mit einer erbgesunden Bevölkerung weniger finanziell belastet würde und nicht zuletzt auch ein höheres Arbeitspotenzial zur Verfügung stünde, wollte man einen kollektiv gesunden Volkskörper erschaffen. Aufgrund dessen sah das neue System des Gesundheitswesens vor,künftig nur noch geistig und körperlich gesunde Menschen zu fördern. Reichsweite Maßnahmen richteten sich nach dem Erbwert der Bevölkerung und führten zu Zwangssterilisationen und später auch zur organisierten Tötung der Erbkranken. Die Verstaatlichung und Kompetenzerweiterung der Gesundheitsämter war ein Garant für die einheitliche Umsetzung der Rassenhygiene und sollte zudem den Etat der Kommunen entlasten.

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