MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 835

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72. Jahrgang, Dezember 2018

ISBN: 3608974741
ISBN 13: 9783608974744
Herausgeber: Christian Demand
Verlag: Klett-Cotta
Umfang: 104 S.
Erscheinungsdatum: 30.06.2022
Format: 0.8 x 23.4 x 15.4
Gewicht: 201 g
Produktform: Kartoniert
Einband: KT
Artikelnummer: 5919981 Kategorie:

Beschreibung

Zitate aus Merkur, Nr. 835, Dezember 2018 Zur spezifischen Stoffpalette des petromodernen way of life gehören [.] Lösungsmittel, Pharmaka, Nylon, Vinyl, Gore-Tex, Kunstgummireifen, Granulatfußballplätze, Schaumstoff oder Polymere aller Art: Moderne Menschen kleiden sich in Öl, via Kunstdünger ernähren sie sich mithilfe von Öl. Sie bewegen sich fort mit Öl und zahlen mit Öl. Vor allem aber verbrennen sie Öl. Alexander Klose/Benjamin Steiniger, Im Bann der fossilen Vernunft Auf der einen Seite der Grenze stehen Schriftsteller, auf der anderen Wissenschaftler. Die einen produzieren Fiktionen, die sie den anderen zur Objektivierung hinüberreichen. Hier lebendige Figuren, die dort synthetisiert werden; in einem Zwischenreich angesiedelt, führen sie fortan ein untotes Leben: ästhetisch abgehalftert, doch analytisch verwertbar. Thomas Etzemüller, Was wahr sein könnte Das, was wir anderen mündlich mitteilen, wird in der Regel richtig verstanden. In diesem Glauben stecken drei Unterannahmen: Wir drücken uns verständlich aus, wir hören anderen zu, und wir bemerken Missverständnisse, wenn sie auftreten. Alle drei kommen mir unwahrscheinlich vor, seit ich gelegentlich interviewt werde und selbst Gespräche mit anderen aufzeichne und transkribiere. Kathrin Passsig, The Trouble With Talking In dieser überaus komplexen Vermischung von Moral und Recht, in der juristisch genaue Differenzierungen nur allzu leichtfertig übergangen werden, wird nun allerdings umso deutlicher an einer anderen Unterscheidung festgehalten, die dem Recht in diesem Zusammenhang völlig fremd ist: der Unterscheidung zwischen Kunst und Nichtkunst. Sophie Schönberger, Rechtskolumne "Neoliberal" und "Neoliberalismus", so eine weitverbreitete Meinung, sind zu politischen Kampfbegriffen verkommen, die längst jede Präzision und jede analytische Kraft eingebüßt haben. Stattdessen fungieren sie lediglich als Platzhalter für Politiken, Verhaltensweisen, Mentalitäten, die einem aus Gründen, die man nicht näher benennen kann oder möchte, irgendwie zuwider sind. Catherine Davies, Neoliberalismus, Demokratie und die supranationale Föderation Der importierte Maoismus war ein neuerlicher Beleg für die Tendenz zur Verschärfung, die dem linken Radikalismus eigen ist, dafür also, wie ein originärer Befreiungsimpuls in freiwillige Unterwerfung mündet. Claus Leggewie, Mao in Frankreich Als kulturelle Erscheinung wurde "Nostalgie" in Deutschland erstmals 1962 von Theodor W. Adorno und Helmuth Plessner im Merkur beobachtet. Die beiden Soziologen mokierten sich über ein plötzliches, von ihnen mit Misstrauen gesehenes Interesse an der Kultur der 1920er Jahre, insbesondere ihrer Schlager, Theaterstücke und Literatur. Diese Verklärung der Weimarer Republik suchten sie zu kurieren, indem sie dieser ihre eigenen negativen Erinnerungen gegenüberstellten. Tobias Becker, Eine kleine Geschichte der Nostalgie Die indische Regierung betrachtet zwar eigentlich China als ihren großen strategischen Gegenspieler, fühlt sich aber durch Pakistan geradezu tödlich genervt. Denn sie sieht in Pakistan eine Militärkaste an der Macht, die den Konflikt schon aus Selbsterhaltungstrieb perpetuieren möchte. Auch schmuggle, so die indische Sicht, Pakistan fortwährend Terroristen über die Grenze in Kaschmir, um auf indischem Gebiet Unruhe zu schüren. Holger Afflerbach, Pakistans Sicherheitsdilemma Wie der orthodoxe Marxismus will das politisch interessierte Regietheater den utopischen Weitblick in eine hierarchiefreie Gesellschaft, meint aber, fürs Vorankommen die Autorität eines Souveräns zu brauchen. Demokratische Theaterarbeit in der freien Szene folgt stattdessen der Einsicht des Anarchismus, dass wir niemals Gleichheit verwirklichen werden, wenn wir nicht hier und jetzt schon damit anfangen, sie unter uns zu etablieren. Kai van Eikels, Betriebshellsichtigkeit. Zur Souveränität des Theaters KZSouvenirs und AuschwitzSelfies sind alltägliche Phänomene geworden. Das HolocaustM

Allem Wissen um den Klimawandel zum Trotz ist das menschliche Leben derzeit noch ganz und gar auf die Ausbeutung fossiler Energien fixiert: Alexander Klose und Benjamin Steininger suchen in ihrem Essay nach Wegen aus der (auch intellektuellen) Fesselung durch die "Petromoderne". Nach der möglichen Rolle der Fiktion in der Wissenschaft, der es ja um Fakten gehen muss, fragt der Historiker Thomas Etzemüller. Und Kathrin Passig hat entschiedene Zweifel an manchen Thesen zum Vorzug der mündlichen gegenüber der schriftlichen Kommunikation. In ihrer Rechtskolumne beschäftigt sich Sophie Schönberger mit dem Themenkomplex "Kunst, Raub und Recht". Catherine Davies liest neue Bücher zu Wirtschaftsfragen von Quinn Slobodian und Adam Tooze. Anlässlich eines neu erschienenen Buchs blickt Claus Leggewie auf die bizarre Begeisterung vieler französischer Achtundsechziger für Mao zurück. Tobias Becker erzählt eine kleine Geschichte der Nostalgie. Wie ein souveränes Theater in Zeiten von #metoo aussehen kann, darüber denkt der Theaterwissenschaftler Kai van Eikels nach. Über den Stand der Dinge in Pakistan informiert Holger Afflerbach. Martin Sabrow schreibt über die Gegenwart deutscher Geschichtspolitik. Enis Maci berichtet diesmal vom Neckar, vom Rhein und aus Mannheim.

Autorenporträt

Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010). Christian Demand ist Herausgeber des >> MERKUR.

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