Lachen als Zeichenprozess

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Zeitschrift für Semiotik 37, Heft 1-2/2015

ISBN: 3958096646
ISBN 13: 9783958096646
Herausgeber: Veronika Opletalová/Ulrike Lynn
Verlag: Stauffenburg Verlag GmbH
Umfang: 210 S.
Erscheinungsdatum: 25.11.2016
Auflage: 1/2016
Produktform: Buch
Einband: Kartoniert
Artikelnummer: 544338 Kategorie:

Beschreibung

Aus dem Inhalt: Sabine Kowal und Daniel C. OConnell: Psycholgische Ansätze zur Erforschung des Lachens Summary. The following article provides a selective review of more than 130 years of research on the definition, types, and functions of adult vocal laughter from the point of view of psychology. The review shows that laughter has not been extensively researched, although it has been claimed to be a promising topic for psychologists. Empirical approach-es have, in the course of time, focused increasingly on the communicative functions of laughter in spoken dialogue. Methodologically, this approach has included the interdisciplinary efforts of phonetics, linguistics, and conversation analysis. The field-observational research of the present authors, presented in summary fashion, has conceptualized laughter as a paralinguistic, nuanced rhetorical tool in the hands of experts (Hannah Arendt) and politicians (Hillary and Bill Clinton) in media interviews, and actors in the movie The Third Man and in the BBC mini-series Pride and Prejudice. The findings indicate that the two types of laughter (HA-HA laughter and suprasegmental laughter) may have different communicative functions, that gender may be an important variable in determining type, amount, duration, and function of laughter, that vocal laughter is not necessarily related to humorous content, and that HA-HA laughter may be functionally similar to interjections. Zusammenfassung. Der folgende Aufsatz gibt eine selektive Zusammenfassung der mehr als 130-jährigen Geschichte und des gegenwärtigen Forschungsstandes zu Definition, Arten und Funktionen des vokalen Lachens von Erwachsenen aus psychologischer Perspektive. Der Überblick zeigt, dass das Lachen bisher zwar nur sporadisch untersucht wurde, zugleich aber als vielversprechendes Thema betrachtet wird. Im Laufe der Zeit ist in empirischen Untersuchungen die kommunikative Funktion des Lachens in gesprochenem Dialog in den Mittelpunkt gerückt. Methodologisch ist dieser Forschungsansatz interdisziplinär mit Phonetik, Linguistik und Konversationsanalyse verknüpft. In unserer eigenen Feldforschung haben wir das Lachen speziell als ein rhetorisches Mittel konzeptualisiert, das von ExpertInnen (Hannah Arendt) und PolitikerInnen (Hillary und Bill Clinton) in Medieninterviews sowie von SchauspielerInnen in dem Film The Third Man und in der BBC Mini-Serie Pride and Prejudice verwendet wird, um individuelle Einstellungen mit Hilfe von paralinguistischen Mitteln indirekt auszudrücken. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass HA-HA-Lachen und suprasegmentales Lachen unterschiedliche kommunikative Funktionen haben können, dass das soziale Geschlecht wesentlich die Art, die Häufigkeit und die Funktion des Lachens bestimmen kann, dass Lachen nicht notwendig im Kontext humorvoller Äußerungen auftritt und dass HA-HA-Lachen funktionale Ähnlichkeiten mit Interjektionen aufweist. Jennifer Hofmann und Willibald Ruch: Gibt es ein Lachen der Schadenfreude? Summary. At the beginning of the 20th century, authors concerned with Ausdruckspsychologie ("expression psychology") described the existence of a specific visual and auditory morphological pattern of schadenfreude laughter. They were putting enormous efforts in visual and verbal illustrations of several laughter types, but those ideas have been widely neglected in modern research. Preceding studies on the frequency and intensity of smiling and laughter in 16 positive emotions showed that not only amusement, but also schadenfreude elicited laughter and more intense facial displays of smiling and laughter. Thus, the current study investigated three hypotheses on the facial expression of schadenfreude in 17 recalled schadenfreude events. The results showed that schadenfreude went along with laughter very often (laughter occurred in over 70 % of the recalled schadenfreude memories). The facial expressions of smiling and laughter in schadenfreude were frequently accompanied by markers of display regulation and dampening. Therefore, the joyful expression of schadenfreude in the face (Duchenne display) is often distorted by regulation or dampening actions. This is probably due to the social desirability of not laughing at others misfortunes. Zusammenfassung. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben die Ausdruckspsychologen sowohl einen spezifischen Gesichtsausdruck als auch eine besondere Lautbildung, die nur dem Lachen der Schadenfreude zu eigen sein sollte. Leider wurden diese Ideen bislang nur unzureichend durch gezielte Untersuchungen weiterverfolgt. Vorarbeiten zur vorliegenden Studie, in denen die Häufigkeit und Intensität von Lächeln und Lachen in 16 positiven Emotionen untersucht wurden, zeigten, dass nicht nur Erheiterung systematisch mit Lachen und intensiveren mimischen Reaktionen einhergeht, sondern auch Schadenfreude. Aufbauend auf diesen Ergebnissen testete die vorliegende Studie drei Hypothesen zum mimischen Ausdruck von Schadenfreude in 17 erinnerten Schadenfreude-Erlebnissen. Die Resultate zeigen, dass Schadenfreude sehr oft mit Lachen einherging (in 70 % der Schadenfreude-Erlebnisse) und darüber hinaus die mimischen Ausdrücke oft durch Marker der Regulierung/Dämpfung des Ausdruckes gekennzeichnet waren. Während Schadenfreude also durch den für Freude typischen Gesichtsausdruck gezeigt wird (Duchenne-Display), findet im sozialen Kontext oft eine sichtbare Abschwächung (Regulation) oder ein Verbergen des Ausdrucks statt. Dies ist womöglich darauf zurückzuführen, dass es sozial nicht akzeptabel ist, über den Schaden anderer öffentlich zu lachen. Andrea Moshövel: vor freude lachen, one herze lachen, vor lachen sterben - Zu Zeichenhaftigkeit und Semantik von lachen im Frühneuhochdeutschen Summary. In this article laughter is defined as a double structured bodily sign. On the one hand, laughter can be read as an unintentional indicator of the mood, the attitude and the feeling of the laughing person, while on the other hand it may also be assumed that laughter is deliberately used for a communicative purpose, for instance to cement a friendship, to distance oneself from someone, or to degrade someone. Subsequently, by means of the Early Modern High German expression lachen, it is examined how laughter as a bodily sign is interpreted in Early Modern High German texts, that is, in the late Middle Ages and the Early Modern Age, which possess different concepts of laughter. It is demonstrated that in the discourse on laughter, the question of meanings and sign functions play an important role in assessing, controlling and regulating it. Zusammenfassung. In diesem Beitrag wird Lachen zunächst als ein Körperzeichen mit einer doppelten Zeichenstruktur definiert. Einerseits lässt es sich als unbeabsichtigtes Anzeichen einer Stimmung, Haltung oder Gefühlslage des Lachenden deuten; andererseits kann dem Lachenden unterstellt werden, dass er es intentional zu einem kommunikativen Zweck einsetzt, um beispielsweise eine Beziehung anzubahnen, zu festigen, sich zu distanzieren, jemanden herabzusetzen oder auszugrenzen. Anhand des frühneuhochdeutschen Ausdrucks lachen wird der Frage nachgegangen, wie Lachen als Körperzeichen in frühneuhochdeutschen Texten, das heißt in der Zeit des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, in der es unterschiedliche Konzepte des Lachens gibt, gedeutet und bewertet wird. Im Diskurs über das Lachen in frühneuhochdeutschen Texten erweist sich die Frage nach einer eindeutigen Lesbarkeit des Lachens in seiner Zeichenhaftigkeit als ein wesentlicher Bestandteil der Praktiken seiner Beurteilung, Kontrolle und Regulierung. Willibald Ruch und Lisa Wagner: Attribute des Lachens: Ein lexikalischer Ansatz Summary. Laughter occurs in different social situations, is triggered by different stim-uli and can go along with a number of affective states. This variability is largely mirrored in natural language that is used to describe laughter: In a study using a lexical a...

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