Bernhard Groethuysen

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Deutsch-französischer Intellektueller, Philosoph und Religionssoziologe

ISBN: 3826072812
ISBN 13: 9783826072819
Herausgeber: Richard Faber/Claude D Conter
Verlag: Königshausen & Neumann
Umfang: 314 S.
Erscheinungsdatum: 15.01.2021
Auflage: 1/2021
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert
Artikelnummer: 651313 Kategorie:

Beschreibung

Bernhard Groethuysen war Deutscher und Franzose, Europäer und Weltbürger, bedeutender Philosoph und Soziologe, Literaturkritiker und Übersetzer, vor allem aber ein großer Kommunikator und Vermittler: zwischen Literaturen, Nationen und Wissenschaften - eine interdisziplinäre und internationale EinMannInstitution. Dabei scheute er trotz großer Vorlesungserfolge an der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität die breitere Öffentlichkeit. 1933 verließ er umgehend das nationalsozialistische Deutschland, weil der so intensive wie stille Politik-Beobachter wusste, was kommen würde. Groethuysen wurde jetzt mehr denn je zum Franzosen, schließlich auch im staatsrechtlichen Sinn. Zugleich intensivierte er seine Luxemburger Kontakte. Früh schon war Groethuysen zum Colpacher Kreis um Aline Mayrisch de Saint- Hubert gestoßen, wo er viele Lebensfreundschaften schloss, nicht zuletzt mit André Gide, der ihn, gleich André Malraux, außerordentlich schätzte. Der engste der Groethuysenschen Freunde war freilich Jean Paulhan, Cheflektor des Pariser Verlags Gallimard und Redakteur der Nouvelle Revue Française. Groethuysen gilt zurecht als Paulhans graue Eminenz, gerade auch zur Zeit der deutschen Okkupation, die Paulhan und er mit viel Geschick überlebten: als ebenso begabte Taktiker wie Strategen. Groethuysen verstarb 1946 in Luxemburg, wo er zusammen mit seinem Lebensmenschen, der kommunistischen Redakteurin Alix Guillain, auch begraben liegt. Das allein schon wäre Grund genug gewesen, ihn 2018 in Luxemburg zu würdigen. Entscheidend freilich war, dass Groethuysen als heimlicher Klassiker der Kultur- und Sozialwissenschaften, nicht zuletzt der Philosophie zu gelten hat. Gerade das vornehmlich komparatistische Vorgehen der hiermit vorliegenden Tagungsdokumentation kann das erweisen. Sie versucht Leben, Werk und Persönlichkeit des Meisterschülers von Wilhelm Dilthey und Georg Simmel prismatisch zu brechen, um ihn auf diese Weise zu profilieren und ein möglichst angemessenes Portrait von ihm zu präsentieren: das eines in all seiner Problematik Intellektuellen comme il faut.

Autorenporträt

Richard Faber ist Professor für Soziologie (der Literatur) an der Freien Universität Berlin. Claude D. Conter ist Leiter des Centre national de littérature in Luxemburg.

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97082 Würzburg
DE

E-Mail: info@koenigshausen-neumann.de

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