Beschreibung
Aus dem ersten Kapitel Angriff der Nachtraben Ein schwarzer Dorn, ein nackter Fels ragt einsam aus den Fluten, Erhebt sich aus des Meeres Tiefe, fernab des letzten Guten, Über ihm ein Wolkenschlund verzehrt das ganze Licht, Die Wellen tragen Furcht heran, die aus dem Wasser bricht, Velad Jelgrom heißt der Fels, der in der wilden Brandung thront, Durch ihn bleibt keine Seel vom Blick der Dunkelheit verschont, Für lange Zeit kein Schiff des Landes lenkte seine Fahrt hierhin, Bis schließlich Dargos Friede unter Kriegsgeschrei verging, Und ein Schiff durch das Getöse trieb mit geheimnisvoller Fracht, Es trägt das Schicksal aller Seelen in jener schwarzen Nacht. Es war zu später Stunde, da der große Dreimaster mit geblähten Segeln durch die schäumende Brandung trieb. Auf und ab wiegte der Kiel und unterhalb der Reling zerschlugen sich die Wellen in weißen Kämmen. Sein Äußeres war in ein seltsames Licht getaucht, als wären der schlanke Rumpf und die hohen Masten aus Silber gegossen. Hoch in den Toppen kniete eine junge Frau mit rabenschwarzem, langem, glänzendem Haar und spähte schon seit Stunden unermüdlich in die Ferne. Ein jadegrüner Umhang hing von ihrer Schulter herab und an ihrer dünnen Taille saß ein silberner Gürtel. Dazu glänzte ein kleiner Ring an ihrer linken Hand und über ihrem Rücken hing ein fein geschnitzter, edler Bogen. Die sturmzerzauste See und der wolkenverhangene Himmel schränkten ihre Sicht beträchtlich ein. Noch nie hatte sie mit einer vergleichbaren Unruhe kämpfen müssen. Was, wenn sie versagten? Was, wenn man sie entdeckte? Ihr Auftraggeber hatte ihnen zugesichert, dass sie unbemerkt blieben. Ihr Kapitän vertraute diesem Urteil blind und die Mannschaft vertraute dem Kapitän. Plötzlich suchte sie eine noch schlimmere Furcht heim. Diese kam mit einem Flüstern und wuchs gleichsam wie jenes. Rasch und stetig. Es durchschnitt Blitz und Donner so durchstechend wie eine hauchdünne Klinge ein Blatt Pergament. Immer deutlicher, immer aufdringlicher. Sie erschrak und ihr Blick jagte zur Tür, die zum Unterdeck führte. Nein, nicht jetzt! Sie verliert die Kontrolle! Seine Stimmen werden uns verraten! Eiore dweria eleolis Eiore samorak eleolis Bagar uwach! Bagar uwach! Stärker und stärker schmiegte sich das Geflüster an ihren Verstand und grub sich bis in Abgründe ihres Geistes hinein, wo es die Vernunft nicht mehr aufhalten konnte. Ein Verlangen überkam sie, doch ebenso überflutete sie Panik. Beherrsche dich! Beherrsche dich! Benommen klammerte sie sich an den Rand ihres Ausgucks und bemühte sich ihre Gedanken zu ordnen. Mühsam zwang sie ihren Blick wieder in die Ferne und dann erschauderte sie noch mehr Ein schwarzer Schatten am Himmel! Oder war es einer gewesen? Er war wieder verschwunden. Doch für Bruchteile eines Momentes hatte die Wolkendecke den Umriss eines Vogels preisgegeben, oder nicht? War das alles nur in ihrer Einbildung? Nach all der Zeit keinesfalls undenkbar. Sollte sie dennoch eine Warnung geben? Was, wenn es doch das war, was sie erkannt hatte? Sie durfte keine Zeit verschenken! Geschwind kletterte sie zum Oberdeck hinunter. Dort begegnete sie großen, blondhaarigen, aufrechten Gestalten. Elben. Um ihre Hüften trugen diese silberne Gürtel mit haardünnen Schwertern. Dem Gesicht ihres Anführers, dem Elbenfürsten, nach zu urteilen hatten sie das Flüstern ebenfalls gehört. Ohne Zeit zu verlieren, machte sie sich zum Steuerrad des Seglers auf. Unterwegs bahnte sie sich ihren Weg durch eine Reihe Kobolde, die beinahe für sie Spalier zu stehen schienen. Nicht aus Begeisterung, sondern aus Sorge. Offenbar hatten auch sie das Flüstern vernommen. Doch die angsterfülltesten Gesichter von allen waren die der wenigen Menschen an Bord. So auch das des Kapitäns. Ihm stand sein braunschwarzes Haar leicht gekräuselt zu Berge und um sein Kinn spross bereits ein schwarzer Bart. Er hatte eine dunkelblaue, lederne Jacke an, die ihm bis hinab zu den Knien reichte. Seine schwarze Hose ging nahtlos über in blanke Stiefel der gleichen Farbe. Alle paar Sekunden senkte er seinen Blick hinab auf einen Kompass, dessen Nadel sich in seinen Händen drehte. Die Spitze zitterte, als sog ihr dieser Ort die Kraft aus, den richtigen Weg zu finden. Und dann war da noch dieses Flüstern. Immer aufdringlicher, immer verführerischer ertönte es in seinem Kopf: Mächtig des Himmels, Mächtig der Welt, Befreie mich! Befreie mich! Sein Herz gefror, als er die Frau auf sich zugehen sah. 'Was gibt es, Mirlean?', fragte er mit dunklen Vorahnungen. Sie zögerte einen Moment, dann bestätigte sie: 'Ich habe sie gesehen.' 'Wie viele?', unterbrach er sie sofort. 'Es ließ sich nicht abschätzen.' Er kniff für einige Momente die Augen zusammen, als müsste er eine große Menge Schmerz durchstehen. 'Dann bleibt uns nur noch die Hoffnung', erklärte er. 'Worauf?' Die Miene des Mannes verfinsterte sich weiter. 'Hoffnung auf den Hochmut unseres Feindes. Vielleicht sind es nur wenige und wir können mit ihnen fertig werden.'
'Mächtig des Himmels, mächtig der Welt, Befreie mich, befreie mich!' Vor über 15 Jahren sank das Schiff 'Drachenfeuer' und mit ihm verschwand der magische Stein, der 'Olrim'. Im friedlichen Dorf Odokrin an Dargonias Ostküste wächst der Fischersjunge Askalan heran. In letzter Zeit stören schwarze Raben seine Träume. Aus der Welt kommt Unheil in das friedliche Dorfleben und Askalan muss sich auf eine schicksalhafte lange Reise in den unwirtlichen Norden begeben. Er findet Freunde und erfährt immer mehr über die Brüder Dargos und Gorgos und ihren erbitterten Kampf, der die Welt in diesen Zustand versetzt hat. Doch was ist seine Rolle in diesem großen Konflikt, wohin wird ihn seine Reise führen?
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