Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne

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Moderne chinesische Lyrik 1919-1984, Chin/dt

ISBN: 3902735511
ISBN 13: 9783902735515
Herausgeber: Wolfgang Kubin
Verlag: Bacopa Handels- & Kultur GmbH Verlag
Umfang: 478 S.
Erscheinungsdatum: 27.02.2015
Auflage: 1/2015
Format: 4.8 x 20.1 x 13.4
Gewicht: 826 g
Produktform: Gebunden/Hardback
Einband: Gebunden
Altersangabe: Lesealter: 18-99 J.

Die Poesie ist tot. Die Poesie ist nicht tot. Sie lebt. Nach bald dreißig Jahren werde ich weiterhin gefragt, ob ich nicht von meiner vergriffenen Anthologie Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne. Moderne chinesische Lyrik 1919-1984 (Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1985) das eine oder andere Exemplar zur Verfügung stellen könne. Kann ich nicht, jedenfalls bislang nicht. Nun soll das anders werden. Das habe ich dem Verleger Mag. Walter Fehlinger zu verdanken, der mich wunderbarerweise Anfang Februar 2014 an der Universität Wien fragte, ob ich nicht Neuauflagen meiner Bücher wünsche, die nicht mehr erhältlich seien. Sein Ansinnen erstaunte mich nicht wenig. Seit wann verkaufe ich mich denn? So ging es mir zweifelnd durch den Kopf. Doch anscheinend bin ich nicht immer ein Missgriff für die Verlage. In der Tat verkauften sich die Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne bis auf den letzten Band. Sie wurden zwar nur ein einziges Mal besprochen und dabei von einem ehemaligen Schüler in der Zeit (27/ 1985) vernichtend kritisiert, doch waren und blieben sie bis heute Lieblingskind der Rundfunkstationen, die ihnen gern weiter Textbeispiele für ihre Sendungen entnehmen. Von besagtem Schüler an der FU Berlin hat man später leider nichts mehr gehört. Auch er gehörte einmal zur unnachahmlichen Jugend, die gewöhnlicher Weise nach der Kühlung des Mütchens die Realität entdeckt und vor ihr beleidigt zurückweicht. Ich selbst habe Realitäten nie anerkannt, sie hatten mir zu dienen. Nur so habe ich vielleicht vollenden können, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Nach dreißig Jahren ist natürlich vieles anders geworden, so daß sich die Frage stellt, ob ein Nachdruck rein historisch zu erfolgen habe oder nicht eher zu aktualisieren sei. Namen, die beim Abschluss des Manuskriptes 1984 noch nicht in aller Munde waren, wären heute nicht nur nachzutragen, sondern mitunter in den Mittelpunkt zu stellen. Damit würde die Anthologie eine gänzlich andere. Ich habe mich daher auf die Korrektur der offensichtlichen Fehler beschränkt. D.h., daß spätere stilistisch bestimmte Umschreibungen wie im Falle von Bei Dao (geb. 1949) für den Hanser Verlag (1991) nicht zurück übertragen wurden. Allerdings gibt es einen offensichtlichen Unterschied: Die chinesischen Originale sind den deutschen Übertragungen nun zur Seite gestellt. Hierfür war Wang Qiong (Maya Wang), meine Doktorandin an der Universität Bonn, zuständig. Ihr sei wie üblich von Herzen für die gute Zusammenarbeit gedankt wie auch dem österreichischen Verleger, der Mut und Weitsicht beweist. Wolfgang Kubin im Mai 2014 an der Beijing Foreign Studies University

Artikelnummer: 6761012 Kategorie:

Beschreibung

DAS FLIESSBAND Im Fließband der Zeit Folgt Abend auf Abend Wir zerstreuen uns vom Fließband der Fabrik Und kehren im Fließband mit dem Schichtwechsel heim Über uns Zieht das Fließband der Sterne das Himmelsgewölbe an unserer Seite Starren Bäumchen im Fließband stumpf vor sich hin Die Sterne sind sicherlich schon müde Seit Tausenden von Jahren Ist ihre Reise dieselbe geblieben Und die kleinen Bäume sind alle krank Staub, der wie Rauch dahingeht, und Monotonie Haben Ihnen die Gestalt und Farbe genommen Ruhend in ein und demselben Takt Ging all das in mein Empfinden ein Aber seltsam Allein ich vermag nicht zu spüren Meine eigene Existenz Dem Waldesdickicht gleich, der Sternenfülle Vielleicht aus Gewohnheit Vielleicht aus Schmerz Fehlt mir die Kraft, mich zu scheren Um die Verdinglichung meines Körpers Shu Ting

China erfreute sich im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum in den 30er und 40er Jahren einer modernen Lyrik, die unter dem Einfluß von Frankreich, Spanien, Deutschland und England stand. An diese konnten die chinesischen Dichter 1979 mit Beginn der Reformperiode wieder anschließen. Die Anthologie stellt die repräsentativsten Dichter mit ihren bekanntesten Texten zwischen 1919 und 1984 vor. Viele von ihnen gehören inzwischen zur Weltliteratur und sind hierzulande hoch angesehen. An ihrem Beispiel läßt sich die moderne Poesie für das Abendland (1900-1950) und für das Reich der Mitte (1919-1949, 1979-1989) noch einmal rekapitulieren.

Autorenporträt

Prof. Dr. Wolfgang Kubin, Gu Bin, geb. am 17. Dezember 1945 in Celle 1966 hat Wolfgang Kubin sein Abitur auf dem altsprachlichen Zweig des Gymnasiums Dionysianum in Rheine (Großes Latinum, Großes Graecum) gemacht. 1966-1968 studierte er ev. Theologie an der Universität Münster (Hebraicum). 1968 studierte er Japanologie, Germanistik, Philosophie und chinesische Sprache an der Universität Wien. Von 1968-1969 studierte er Sinologie, Germanistik, Philosophie und japanische Sprache an der Universität Münster. Von 1969-1973 erfolgte sein Studium der Sinologie, Germanistik, Philosophie und Japanologie an der Ruhr-Universität Bochum. 1973 promovierte er zum Dr. phil. im Fach Sinologie an der Ruhr-Universität Bochum. Das Thema seiner Dissertation war: Das lyrische Werk des Du Mu (803-852). Von 1973-1974, dann 1975-1977 war er als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Sprache und LIteratur Chinas tätig. 1974-1975 hatte er ein einjähriges Stipendium der modernen chinesischen Hochsprache am Pekinger Spracheninstitut als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. 1977-1983 war er als wissenschaftlicher Assistent am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität zu Berlin tätig. Sein Aufgabenbereich war die chinesische Literatur und Kunst im 20. Jahrhundert. 1981 erfolgte seine Habilitation im Fach Sinologie an der FU Berlin. Das Thema seiner Habilitationsschrift war: Die Entwicklung der Naturanschauung in der chinesischen Literatur. 1982-1985 war Wolfgang Kubin Stipendiat des Heisenberg-Programmes der DFG. Am 1.10.1985 wurde er zum Professor für Chinesisch (C3) am Seminar für Orientalische Sprachen an der Universität Bonn ernannt. Seit 1989 ediert er die Zeitschriften minima sinica. Zeitschrift zum chinesischen Geist und Orientierungen. Zeitschrift zur Kultur Asiens. 1989 wurde er berufen zum Professor für Moderne Sinologie (C4) an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn. Im August 1995 wurde Wolfgang Kubin Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Rolf Trauzettel für (klassische) Sinologie (C4). Er hat etliche Konferenzen organisiert (z.B. zum Thema: Melancholy and Society in China). Er hielt viele Gastdozenturen in China ab, aber auch in den U.S.A. (Madison) und in Israel. 1998/99 erhielt er von der Volksrepublik China den Preis für die beste Literaturkritik, verliehen durch die Zeitschrift Der Autor (Zuojia). Er wurde an etlichen chinesischen Universitäten zum Honorarprofessor ernannt: an der Pekinger Hochschule für Sprachen und Kulturen, an der Universität Shandong, an der Pädagogischen Hochschule von Shandong, an der Ocean University in Qingdao, an der East China Normal University in Shanghai, an der Philosophischen Fakultät der Sun Yatsen-Universität in Kanton, an der Drei-Schluchten-Universität von Chongqing, an der Pädagogischen Hochschule von Leshan sowie an der 1902 gegründeten renommierten Universität Nanking, an der Shanghai JIaotong-Universität und an der Gongye-Universität Peking. Am 31.10.2003 erhielt er den Preis für Literatur 2003 der Lesegesellschaft. Am 29.08.2007 verlieh ihm die chinesische Regierung in der Großen Halle des Volkes den Staatspreis der VR China für besondere Verdienste um die chinesische Buchkultur. Am 12.11.2007 erhielt er in Peking den Pamir International Poetry Price für seine Übersetzungen moderner und gegenwärtiger chinesischer Lyrik. Am 28.09.2009 wurde ihm der Weilun-Forschungspreis der Tsinghua-Universität, Peking, verliehen. Wolfgang Kubin ist seit dem 1.09.2011 bis zum 31.07.2016 als Seniorprofessor an der Beijing Foreign Studies University tätig. Würdigungen Am 31.10.2003 erhielt Wolfgang Kubin den Preis für Literatur 2003 der Lesegesellschaft. Am 29.08.2007 verlieh ihm die chinesische Regierung in der Großen Halle des Volkes den Staatspreis der VR China für besondere Verdienste um die chinesische Buchkultur. Am 12.11.2007 erhielt er in Peking den Pamir International Poetry Price für seine Übersetzungen moderner und gegenwärtiger chinesischer Lyrik. Am 28.09.2009 wurde ihm der Weilun-Forschungspreis der Tsinghua-Universität, Peking, verliehen. Darüber hinaus wurde er an etlichen chinesischen Universitäten zum Honorarprofessor ernannt.

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