Vril oder Eine Menschheit der Zukunft

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22,80 

ISBN: 3995100015
ISBN 13: 9783995100016
Autor: Bulwer-Lytton, Edward
Verlag: Verlag am Goetheanum
Umfang: 208 S.
Erscheinungsdatum: 25.08.2026
Produktform: Gebunden/Hardback
Einband: Gebunden

Ein epochaler Roman von ungebrochener Aktualität

In diesem Roman begegnet der Erzähler einem unter der Erdoberfläche lebenden Volk, den Vril-Ya, das über eine allen menschlichen Kräften weit überlegene psychische Vitalenergie namens Vril verfügt. Die Vril-Kräfte befähigen die menschenähnlichen Wesen zur Telepathie und Telekinese und ermöglichen ihnen, Einfluss auf jede Form belebter oder unbelebter Materie zur Heilung, zur Erweckung Toter oder zur Zerstörung zu nehmen. Ursprünglich ein Volk, das an der Erdoberfläche lebte, wurden die Vril-ya durch eine Naturkatastrophe vom Rest der Menschheit abgeschnitten und zogen in ein unterirdisches Höhlensystem, in dem sie eine neue Heimat fanden. Dort entwickelten sie sich in einer von Kriegen und gesellschaftlichen Umbrüchen gezeichneten Geschichte schließlich durch die Entdeckung einer neuen Naturkraft – der Vril-Kraft – zu einer Gesellschaft, die allen anderen Völkern überlegen ist. Durch den Kontakt mit dem Erzähler des Romans erfahren die Vril-ya von den Menschen, die an der Erdoberfläche leben, und befragen ihn eingehend über die menschliche Gesellschaft. Dem Erzähler gelingt die Flucht aus dem Reich der Vril-ya, und er warnt seine Leser am Ende des Romans vor der Gefahr, die von den Vril-ya für die Menschheit ausginge, sollten sie jemals an die Oberfläche zurückkehren.

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Artikelnummer: 2924009 Kategorie:

Beschreibung

1. KAPITEL Ich bin ein Bewohner der Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Meine Vorfahren gehörten zu jenen Auswanderern, die zu den Zeiten Karls des Zweiten England verließen. Da mein Großvater sich im großen Unabhängigkeitskrieg ehrenvoll auszeichnete, spielten die Nachkommen seither eine hervorragende Rolle im gesellschaftlichen Leben des neuen Landes. Weil die Familie zugleich wohlhabend war, galt sie nach den damaligen Begriffen jedoch von vornherein als für die Staatsdienste ungeeignet; und als mein Vater dennoch den Versuch unternahm, einen Sitz im Kongress zu erobern, wurde er durch die Anhängerschaft seines Schneiders vernichtend besiegt. Nach diesem Misserfolg zog er sich weitgehend aus der Politik zurück und verbrachte umso mehr Zeit in seiner umfangreichen Bibliothek. Ich war der älteste seiner drei Söhne. Mit 16 Jahren wurde ich in die alte Heimat gesandt, um meine wissenschaftliche Erziehung zu vervollkommnen, aber auch, um in einem Liverpooler Handelshaus die übliche kaufmännische Ausbildung zu erfahren. Doch als in meinem einundzwanzigsten Lebensjahr mein Vater starb und ich dadurch in den Besitz eines großen Vermögens und zu unumschränkter Lebensfreiheit gelangte, ließ ich meiner angeborenen Lust zu Reisen und Abenteuern freien Lauf, verzichtete auf die Jagd nach dem allmächtigen Dollar und wurde ein unsteter Wanderer, der planlos alle Länder dieser Erde bereiste. Als ich mich im Jahr 18. in der Stadt befand, erhielt ich eine Einladung von einem Ingenieur, den ich auf meinen Reisen kennengelernt hatte, und es ergab sich, dass er mich zu einer Besichtigung der unterirdischen Schächte eines Bergwerkes aufforderte, in dem er angestellt war. Der Leser wird im Laufe dieser Erzählung verstehen, warum ich so hartnäckig jede genauere Ortsangabe vermeide, ja er wird mir vielleicht sogar dankbar dafür sein, dass ich die Entdeckung dieses Ortes durch mein Schweigen unmöglich mache. Es sei deshalb nur kurz angedeutet, dass ich den befreundeten Ingenieur in das Innere des Bergwerkes begleitete und mich von dessen geheimnisvollen Wundern so stark innerlich angezogen fühlte, dass ich meinen Aufenthalt in dieser Gegend aus Interesse für die weiteren Ausgrabungen meines Freundes verlängerte und viele Wochen lang täglich in den Gewölben und unterirdischen Gängen umherschweifte, die hier von der Natur und dem menschlichen Willen unter der Erdoberfläche geschaffen worden waren. Der Ingenieur war überzeugt davon, dass noch viel reichere Vorkommen mineralischer Schätze in einem Schacht verborgen seien, dessen Erkundung er selbst leitete. So gelangten wir eines Tages beim tieferen Eindringen in eine Höhle, deren Wandungen zerklüftet und scheinbar verkohlt waren, als seien sie in längst vergangenen Urzeiten durch vulkanische Feuer auseinandergesprengt worden. Mein Freund prüfte zuerst die Atmosphäre durch eine Sicherheitslampe und ließ sich dann in einem Korb am Seil in die Tiefen hinunter. Fast eine volle Stunde blieb er im Abgrund. Als er zurückkam, war er seltsam blass, und auf seinem sonst so heiteren, furchtlosen Antlitz waren deutlich die Zeichen einer inneren Beunruhigung, ja sogar Angst zu lesen. In knappen Worten schilderte er das Hinabsteigen als unsicher und überdies aller Wahrscheinlichkeit nach resultatlos. Nachdem er veranlasst hatte, alle weiteren Nachforschungen in diesem Schacht einzustellen, kehrten wir in die bekannteren Teile des Bergwerks zurück. Den ganzen Tag über schien er mir wie in der Gefangenschaft eines bestimmten Gedankens. Auch war er ungewöhnlich schweigsam, und in seinen Augen lag ein scheuer, verstörter Blick, wie ihn zuweilen Menschen zeigen, die einen Geist gesehen haben. Als wir am abends in unserer nahe dem Bergwerk gelegenen Wohnung beisammensaßen, sprach ich meinen Freund darauf an. 'Sage mir doch offen, was du in dem Schacht gesehen hast, es muss ja etwas ganz Seltsames und Furchtbares gewesen sein. Was es auch sei, es hat eine Art Verunsicherung in dir zurückgelassen, und in solchen Fällen sind zwei Köpfe immer besser als einer. Also, vertrau dich mir an.' Der Ingenieur versuchte lange Zeit noch, meinen eindringlichen Fragen auszuweichen. Da er sich aber während unserer Unterhaltung in für ihn ungewohntem Maße an einer Flasche Branntweins schadlos hielt, schmolz seine Verschlossenheit langsam dahin, sodass er schließlich öffnete. 'Nun, ich will dir alles erzählen. Als der Korb auf festen Boden geriet, befand ich mich auf einem Felsvorsprung. Unter mir fiel die Schlucht steil in solche Tiefen hinab, dass meine Lampe die ungeheure Dunkelheit nicht zu durchdringen vermochte. Doch zu meiner größten Überraschung strömte ein strahlendes, glänzendes Licht aus der Tiefe herauf. Konnte es sich um ein vulkanisches Feuer handeln? In dem Fall hätte ich doch die Hitze spüren müssen! Dieser Zweifel musste unbedingt ausgeräumt werden, um unsere Arbeit in diesen Höhlen zu sichern. Also untersuchte ich die Wände der Schlucht und kam zu dem Entschluss, es wagen zu können, durch behutsames Vorgehen auf den unter mir liegenden unregelmäßigen Vorsprüngen und Felskanten tiefer hinabzusteigen, wenigstens noch ein kleines Stück weiter. Also verließ ich den Korb und kletterte hinunter. Je näher ich dem eigenartigen Lichte kam, umso weiter wurde auch die Schlucht, und denke dir mein Erstaunen, als ich plötzlich auf dem Boden des Abgrundes einen breiten, ebenen Weg entdeckte, der, soweit das Auge reichen konnte, in regelmäßigen Abständen durch eine Art künstlicher Lampen erleuchtet war, etwa so wie in den Straßen einer Großstadt. Und aus der Ferne hörte ich ein Gesumme wie von menschlichen Stimmen. Nun weiß ich aber doch genau, dass in dieser Gegend keine anderen als unsere eigenen Bergleute tätig sind. Wessen Stimmen sollten dies also sein? Welche menschlichen Hände können diesen Weg geebnet und diese Leuchtkörper angezündet haben? Der alte Glaube unter den Bergleuten, im Inneren der Erde könnten Gnome oder Dämonen hausen, erfasste auch mich. Ich erbebte bei dem Gedanken, tiefer hinabzusteigen und den Bewohnern dieses unterirdischen Tales entgegenzutreten. Auch hätte ich dies ohne längere Seile gar nicht vermocht, da von der Stelle, an der ich stand, bis zum Boden des Abgrundes die Felswände steil und schroff in die Tiefe gingen. Ich kletterte also mit einiger Schwierigkeit jenen Weg zurück, den ich gekommen war. So, nun weißt du alles!' 'Willst du noch einmal hinabsteigen?' 'Ich sollte wohl, doch mir ist, als wagte ich es nicht.' 'Ein treuer Begleiter verkürzt die Reise und verdoppelt den Mut. Ich werde mit dir gehen! Wir wollen uns mit Seilen von ausreichender Länge und Stärke ausrüsten. Allein, verzeih mir: Du darfst heute Abend nichts mehr trinken! Wir werden morgen feste Hände und sichere Füße nötig haben.' 2. KAPITEL Am anderen Morgen waren die Nerven meines Freundes wieder vollauf gekräftigt, und er war nicht weniger von Neugierde erregt als ich selbst. Ja, er war es vielleicht noch mehr, denn er glaubte offenbar felsenfest an sein Erlebnis, während ich mich starker Zweifel nicht erwehren konnte. Nicht dass ich ihm etwa eine bewusste Unwahrheit zugetraut hätte, aber ich hielt es für möglich, dass er einer jener Sinnestäuschungen verfallen war, die sich oft unserer Fantasie und unseres Verstandes in einsamer, ungewohnter Umgebung bemächtigen und in denen wir dem Formlosen eine Gestalt, dem Stummen einen Ton geben. Wir wählten sechs erfahrene Bergleute aus, die uns beim Abstieg ins Erdinnere helfen sollten; und da der Korb nur eine Person fasste, so fuhr der Ingenieur als Erster in die Tiefe. Als er den Felsenvorsprung erreicht hatte, bei dem er das erste Mal Halt machen musste, kam der Korb wieder herauf, um nun auch mich hinabzulassen. Bald befand ich mich an seiner Seite. Unsere Ausrüstung enthielt eine Spule mit einem langen Seil. Jetzt erblickte auch ich das Licht, das tags zuvor meinen Freund überrascht hatte. Die Höhlung, aus der es heraufströmte, war durch eine schräge Felswand noch ...

Während einer Englandreise begleitet ein junger Amerikaner einen Freund auf einer Exkursion unter die Erdoberfläche. Dort begegnet er einem menschenähnlichen Volk, dessen hoch entwickelte Zivilisation ihn fasziniert. Es stellt sich heraus, dass dieses Volk über eine Kraft verfügt, die alle menschlichen Fähigkeiten in den Schatten stellt - das Vril. Diese Energie ermöglicht erstaunliche technische Errungenschaften und übertrifft alles, was der Mensch über Fortschritt und Zivilisation zu wissen glaubt. Doch mit jedem Gespräch, das der junge Entdecker mit den Angehörigen dieses Volks führt, wächst auch das Wissen dieser hoch entwickelten Bewohner der Unterwelt von der Welt über ihnen. Bis sich zuletzt die Frage stellt: Welche Zukunft steht der Menschheit bevor? Edward Bulwer-Lytton (1803-1873) verfasste mehr als 40 Romane, die zeitweise erfolgreicher waren als die seines Freundes Charles Dickens. Zwei Jahre vor seinem Tod verfasste er mit Vril einen Roman, in dem viele den Beginn der Science-Fiction sehen. Andere schätzen die Zukunftsvisionen des Autors, in denen er die Künstliche Intelligenz vorhersah und viele weitere Aspekte beschrieb, die auch über 150 Jahre nach dem Erscheinen des Buches von großer Aktualität sind.

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