Elfriede Rotermund

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Die Halligdichterin

ISBN: 3731680548
ISBN 13: 9783731680543
Autor: Rotermund, Elfriede/Bammé, Arno
Verlag: Metropolis Verlag für Ökonomie,
Umfang: 255 S.
Erscheinungsdatum: 01.01.1996
Auflage: 1/1996
Gewicht: 624 g
Produktform: Gebunden/Hardback
Einband: Gebunden
Artikelnummer: 438873 Kategorie:

Beschreibung

Dichterinnen des Nordens. Schreibende Frauen im Nordfriesland des Fin de Siècle. Eine Projektdokumentation Die Kultur der Westküstenlandschaft Schleswig-Holsteins erschöpft sich nicht in dem, was Emil Nolde und Theodor Storm gesagt, gemalt, geschrieben haben. Sie ist unendlich viel reicher. Etwas davon, was vergessen wurde, ins Bewusstsein der Landschaft zurückzuholen, war das Ziel des empirisch-literatursoziologischen Projekts Dichterinnen des Nordens. Das Ergebnis der Recherchen zwischen 1992 und 2001, die unter anderem Interviews, Ortsbegehungen, Sichtungen der Nachlässe und Einblicke in Archive umfassten, sind in den zehn Bänden der Reihe, geordnet nach Autorinnen, zusammengefasst. Sie bildeten zugleich die Grundlage der anschließenden Neuausgabe der Romane Thusnelda Kühls, K. v. d. Eiders, Elfriede Rotermunds, Margarete Böhmes sowie der gemeinsam mit Thomas Steensen herausgegebenen zwanzig Bände umfassen Buchreihe Nordfriesland im Roman zwischen 2007 und 2025. Die Themen der Autorinnen, die gemeinhin dem poetischen Realismus und der Heimat- bzw. Regionalliteratur zugerechnet werden, umfassen unter anderem das obsolet Werden der bisherigen Geschlechterverhältnisse, den Rollenwandel der Frauen, den Übergang von der traditionellen Landwirtschaft zur Agrarindustrie, die größer werdende Differenz zwischen Arm und Reich. Insofern können sie durchaus der gesellschaftskritischen Belletristik ihrer Zeit zugerechnet werden, das auch deshalb, weil sie in ihren Schilderungen sehr dicht an der beobachteten Realität bleiben. Obwohl die zehn Autorinnen damals überregionale Beachtung, einige sogar Weltgeltung erlangten, zählten sie lange Zeit zu den von der Literaturwissenschaft zu Unrecht vernachlässigten poetae minores. Zu Unrecht vernachlässigt, weil die kleineren Geister für die Bewusstseinsgeschichte ihrer Epoche und ihrer Region häufig repräsentativer sind als die sogenannten großen Geister. Repräsentativer sind sie, weil sie, im kollektiven Unbewussten verharrend, unmittelbarer auf Denkgewohnheiten und Weltanschauungen, auf Ideen und Ideologien ihrer Zeit zurückgreifen und reagieren, sie aufnehmen und literarisch verarbeiten, gleichsam ein Sittengemälde ihrer Region und Epoche. Sie sind so zu einem Dokument der Mentalhistorie geworden wie Zeitungsartikel, Tagebücher, Biographien etc., die der Realgeschichte ihren Sinn gaben. Arno Bammé Es handelt sich hier um einen übernommenen Restbestand des ursprünglich im Münchner Profi-Verlag erschienenen Buches. Elfriede Rotermund (1884-1966) Aus ihr ist die Dichterin der Halligen geworden. In zahlreichen Romanen und Novellen schildert sie in behaglicher Breite und liebevoller Kleinmalerei den Charakter und die Schicksale der Halligbewohner, die herbe Schönheit einer Landschaft, ihre sonnig-friedvolle Idylle und ihre großartig furchtbaren Sturmgewalten. Dieses Verhältnis der Menschen zu ihrer Landschaft hat seinen angemessenen Ausdruck gefunden in der von ihr gewählten Form der Darstellung. So ist, um ein Beispiel zu nennen, der vom Meer hereinbrechende Sturm das beherrschende dramatische Element dieser Landschaft. Und der Sturm findet sich wieder als Metapher in den sozialen Konflikten und dramatischen Ereignissen der Menschen, in ihrer Seelenlandschaft. Wenn die Stürme der Natur schweigen, am Ende einer Novelle, dann schweigen nicht selten auch die Stürme des Lebens, dann endlich kommen die Menschen zur Ruhe. Im Herbst 1933 wurde ihr Ehemann, Propst Rotermund, auf Veranlassung der Nationalsozialisten seines Amtes enthoben. Sie selbst wurde im September 1938 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, was üblicherweise Berufsverbot bedeutete. Ein Schreibverbot bestand in diesem Fall jedoch nicht, allerdings musste sie in jedem Einzelfall um eine Sondergenehmigung ansuchen und erhielt dann einen Befreiungsschein. Einige ihrer Manuskripte blieben, aus welchem Grund auch immer, nicht veröffentlicht

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Am Graben 2b
35096 Weimar
DE

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