Beschreibung
Der Text bietet eine detaillierte Untersuchung des Lebens und der Werke von Walther von der Vogelweide, einem der bedeutendsten Minnesänger des Mittelalters. Walther, dessen genaue Herkunft unklar bleibt, wird oft mit dem Thurgau in Verbindung gebracht, obwohl es keine endgültigen Beweise für diese Annahme gibt. Der Dichter verbrachte einen bedeutenden Teil seiner Jugend am Hof der Babenberger in Österreich, wo er seine Fähigkeiten im Singen und Dichten entwickelte. Nach dem Tod seines Gönners Herzog Friedrich von Österreich begann für Walther ein unstetes Wanderleben, das ihn an viele Höfe und durch zahlreiche Länder führte. Seine Dichtkunst ist geprägt von einer tiefen Vaterlandsliebe und einer kritischen Auseinandersetzung mit den politischen und sozialen Missständen seiner Zeit, insbesondere während der Thronstreitigkeiten zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig. Walther war ein scharfer Beobachter seiner Umwelt und nutzte seine Lieder, um sowohl die Tugenden als auch die Verfehlungen seiner Zeitgenossen zu beleuchten. Seine Werke sind nicht nur Ausdruck persönlicher Erlebnisse, sondern auch ein Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse des 12. und 13. Jahrhunderts. Trotz der Widrigkeiten seines Lebens bleibt Walther ein unermüdlicher Verfechter der deutschen Kultur und Sprache, was ihn zu einem der herausragendsten Vertreter der mittelalterlichen Dichtung macht.
Autorenporträt
Luise Büchner war die Tochter des Chirurgen Ernst Büchner und seiner Frau Caroline, geb. Reuß. Fünf ihrer Geschwister erreichten das Erwachsenenalter, darunter Georg Büchner, Wilhelm Büchner, Ludwig Büchner und Alexander Büchner. Durch einen Unfall im Kindesalter zog sie sich eine Rückenverkrümmung zu, die sie zeitlebens behinderte. Autodidaktisch eignete sie sich ein umfangreiches Wissen vor allem in Literatur, Mythologie, Geschichte und Fremdsprachen an. Nach dem Tod der Eltern lebte sie zusammen mit ihrer ebenfalls ledigen Schwester Mathilde (1815-1888) im eigenen Haushalt, im selben Haus wie ihr Bruder, der Arzt Ludwig Büchner. 1855 erschien anonym ihr meistzitiertes Werk Die Frauen und ihr Beruf, in dem sie sich für bessere Mädchenbildung einsetzte. Schon 1856 erschien eine erweiterte zweite Auflage, in der ihr Name als Verfasserin genannt wurde. Ihre späteren Überarbeitungen spiegeln ihre Erfahrungen in der Frauenbewegung wider. Sie verfasste Romane, Reisebeschreibungen und Gedichte, zusammen mit ihrem Bruder Alexander gab sie eine umfangreiche Gedichtsammlung heraus. Ihre unvollendete Erzählung Ein Dichter (erst posthum erschienen) gilt als wichtiges Zeugnis über Georg Büchners Schulzeit im Darmstädter Elternhaus. Seit Ende 1866 gehörte Luise Büchner zu den engsten Mitarbeiterinnen von Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein. Daraus entstanden ab 1867 mehrere Frauenvereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Der Alice-Frauenverein für Krankenpflege machte es sich zur Aufgabe, junge Frauen zur Krankenschwester ohne konfessionelle Bindung auszubilden. Ziel dieses Vereins war es, die bisher nur karitativ ausgeübte Pflege von Kranken und Verwundeten zum bezahlten Frauenberuf zu machen. Daraus ging das Alice-Hospital Darmstadt hervor. Der Verein für Förderung weiblicher Industrie (ab 1872 Alice-Verein für Frauenbildung und -Erwerb) betrieb neben einer Verkaufsstelle für Heimarbeiterinnen (Alice-Basar) die Alice-Schule, eine Berufsfachschule für Mädchen (heute Alice-Eleonoren-Schule). Daneben entstand unter der Leitung von Luise Büchner eine Art Volkshochschule für Frauen, das sogenannte Alice-Lyceum. In den 1870er Jahren vertrat Luise Büchner die Alice-Frauenvereine auf überregionalen Konferenzen und berichtete in der Presse regelmäßig über ihre Arbeit. Die erste Generalversammlung der Frauenbildungs- und Erwerbsvereine fand im Oktober 1872 auf Einladung von Prinzessin Alice und Luise Büchner in Darmstadt statt. Anlässlich einer Konferenz des preußischen Kultusministeriums wurde Büchner 1873 als erste Frau gebeten, zu den Unterrichts- und Erziehungsfragen in der Mädchenschulbildung eine Stellungnahme vorzulegen. Luise Büchner verstarb in Darmstadt und wurde auf dem dortigen Alten Friedhof beigesetzt (Grabstelle: I A 16). Sie gilt heute neben Luise Otto oder Fanny Lewald als eine der bahnbrechenden Frauen der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts.
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