Beschreibung
"Die Mitschuldigen" ist ein Lustspiel in drei Akten von Johann Wolfgang Goethe, das die komplexen Verstrickungen von Schuld und Verantwortung innerhalb einer kleinen Gemeinschaft beleuchtet. Die Handlung spielt in einem Gasthaus, das von einem Wirt geführt wird, dessen Tochter Sophie mit Söller verheiratet ist. Söller ist ein leichtlebiger Mann, der seine Zeit mit Trinken und Glücksspiel verbringt, was zu Spannungen mit dem Wirt führt, der sich einen verantwortungsvolleren Schwiegersohn wünscht. Sophie, die einst in Alcest verliebt war, sieht sich in einem unglücklichen Ehebündnis gefangen und hadert mit ihrer Situation. Alcest, ein alter Bekannter und ehemaliger Liebhaber von Sophie, kehrt in das Gasthaus zurück und bringt alte Gefühle und Konflikte wieder an die Oberfläche. Während Alcest versucht, Sophie zurückzugewinnen, wird das Gasthaus von einem Diebstahl erschüttert, bei dem eine beträchtliche Summe Geld aus Alcests Zimmer verschwindet. Der Wirt und Sophie verdächtigen sich gegenseitig, während Söller, der heimlich das Geld gestohlen hat, versucht, seine Tat zu verbergen. Goethe nutzt die Verwicklungen und Missverständnisse, um die moralischen Schwächen und die Heuchelei der Charaktere zu enthüllen. Die Figuren sind in einem Netz aus Lügen und Täuschungen gefangen, das schließlich zu einer Konfrontation führt, bei der die Wahrheit ans Licht kommt. Das Stück endet mit einer Mischung aus Komik und Tragik, da die Charaktere mit den Konsequenzen ihrer Handlungen konfrontiert werden.
Autorenporträt
Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; gestorben 22. März 1832 in Weimar, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach), war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Goethe stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie; sein Großvater mütterlicherseits war als Stadtschultheiß höchster Justizbeamter der Stadt Frankfurt, sein Vater Doktor der Rechte und Kaiserlicher Rat. Er und seine Schwester Cornelia erfuhren eine aufwendige Ausbildung durch Hauslehrer. Dem Wunsch seines Vaters folgend, studierte Goethe in Leipzig und Straßburg Rechtswissenschaft und war danach als Advokat in Wetzlar und Frankfurt tätig. Gleichzeitig folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst. Die ersten Anerkennungen in der Welt der Literatur erzielte er 1773 mit dem Drama Götz von Berlichingen, das ihm nationalen Erfolg eintrug, und 1774 mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, dem er sogar europäischen Erfolg verdankte. Beide Werke sind der literarischen Strömung des Sturm und Drang (1765 bis 1785) zuzuordnen. Als 26Jähriger wurde er an den Hof von Weimar eingeladen, wo er sich schließlich für den Rest seines Lebens niederließ. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Weimarer Hoftheater. Die amtliche Tätigkeit mit der Vernachlässigung seiner schöpferischen Fähigkeiten löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog. Die Italienreise von September 1786 bis Mai 1788 empfand er wie eine "Wiedergeburt". Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790).
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