BEIRUT – BERLIN

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Geheime Wege

ISBN: 3959151527
ISBN 13: 9783959151528
Autor: Mikati, Gitta
Verlag: Telescope Verlag
Umfang: 244 S.
Erscheinungsdatum: 01.11.2024
Format: 1.8 x 21 x 15
Gewicht: 300 g
Produktform: Kartoniert
Einband: Kartoniert
Artikelnummer: 4415912 Kategorie:

Beschreibung

BEIRUT - BERLIN schildert ein nahezu unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte: Etwa zeitgleich mit Ausbruch des Bürgerkriegs im Libanon (1975-1989) erweiterte die DDR ihr Flugnetz der Linie INTERFLUG auf Ziele im Nahen Osten: Damaskus und Beirut. In Beirut verkaufte die Botschaft der DDR den Flüchtenden und anderen Reisewilligen Tagesvisa, INTERFLUG verkaufte Flugtickets nach Schönefeld (DDR). Von dort wurden sie zum Bahnhof Friedrichstraße, damals Ost-Berlin, transportiert, in die Grenzübergangsstelle TRÄNENPALAST gelenkt und durch das Schlupfloch der strengsten gesicherten Grenze des Kalten Krieges zu den U- und S-Bahnhöfen Richtung West-Berlin abgeschoben. Fast unbemerkt stiegen sie Minuten später dort aus. Nun war die West-Berliner Polizei handlungsbefugt. Die an den Bahnhof Friedrichstraße angrenzenden West-Bahnhöfe wurden allerdings nur in unregelmäßigen Abständen kontrolliert. Nicht alle illegal Eingereisten beantragten Asyl und legalisierten so ihren Aufenthalt - und nicht wenige nutzten die Antragstellung, um sich mit neuen Identitäten/Nationalitäten auszustatten. Die AsylbewerberInnen wurden durch die Aufnahmestelle in Zirndorf (heute: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) auf West-Berlin und die Bundesländer verteilt. Diese durften sie bis zur Entscheidung über die Asylanträge nicht verlassen. Wer in West-Berlin lebte konnte allerdings mit Transitvisa der Ostblockstaaten aus- und wieder einreisen. Durch die Insellage West-Berlins entwickelte sich die Strecke durch die DDR - Tschechoslowakei - Ungarn - Jugoslawien - Bulgarien - Türkei - Syrien - Libanon zum vielfältig genutzten Transitweg; es herrschte reges Hin und Her auf dem Luft- und Landweg. Anhand fiktiver Figuren wird aufgezeigt, wie illegale Einreisen, Autoschieberei und Identitätsbetrug funktionierten und sich z. B. Großfamilien etablieren konnten. Insgesamt verkaufte die DDR während des Bürgerkrieges im Libanon ca. 900.000 Visa und Flugtickets.

Frühjahr 1977: die zwanzigjährige Maria wartet am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstaße auf Mahmoud, um ihn von Ost- nach West-Berlin zu schleusen. Mahmoud kommt aus Beirut. Wie tausende Bürgerkriegsflüchtlinge ist er mit Tagesvisum über Schönefeld in die DDR eingereist und wird wenig später illegal in West-Berlin auftauchen. Marias Onkel, Pächter der legendären Diskothek Big Apple, und seine Helfer organisieren das Einschleusen der Libanesen im großen Stil. Wer die Kosten nicht aufbringen kann, muss sie bei ihm abarbeiten. Beispielsweise mit dem Überführen von Autos in den Nahen Osten. Maria begleitet Mahmoud auf einem Autokonvoi nach Beirut und lernt dort seine Familie kennen. Und den Krieg. Als sie ein Kind von Mahmoud erwartet, heiraten die beiden und steigen aus dem Schleuser-Autoschieber-Geschäft aus. Aber bald verstrickt sich Mahmoud in ganz andere Deals, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint

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